Leverkusen: Feuerwehr bekommt zwei neue Drehleitern

Feuerwehr : Zwei neue Riesen bei der Feuerwehr

Die beiden neuen Drehleitern im Fuhrpark, jeweils mit 299 PS unter der Haube, können unter anderem bis zu 500 Kilo im Rettungskorb befördern. Gesamtkosten: 1,3 Mio. Euro.

Durchschnittlich zweimal pro Tag werden sie im Einsatz sein. Nicht nur um beim Feuerlöschen zu helfen, sondern auch beim Krankentransport schwergewichtiger Patienten. Am Mittwoch hat die Berufsfeuerwehr Leverkusen auf der Opladener Wache zwei neue Drehleitern vorgestellt. Eins dieser Sonderfahrzeuge bleibt in Opladen und hat als besonderen Clou das Kennzeichen „OP-F 112“. Es ist eine Spende von Ratsherr Markus Pott von der Wählergruppe Opladen Plus. Einsatzplaner Florian Krumpen sagte: „Es ist natürlich eine Feuerwehr Leverkusen. Aber weil das Fahrzeug überwiegend in Opladen eingesetzt wird, ist auch ein wenig Lokalpatriotismus dabei.“

Elf Monate dauerte es, bis die Drehleitern der Firma Rosenbauer, aufgebaut auf ein Mercedes Atego Fahrgestell, in Leverkusen ankamen. Bestellt wurde kein Produkt von der Stange. Obwohl viele Komponenten immer gleich sind, wird jedes Fahrzeug vom Hersteller an die Belange einer Kommune angepasst. Krumpen dazu: „Wir haben uns die Fahrzeuge so ausgesucht, wie wir sie brauchten.“

Insgesamt sind nun fünf Leitern in Leverkusener Besitz. Aber nur vorübergehend, denn eine wird demnächst verkauft bzw. versteigert. Die Drehleitern im Bestand stammen aus den Baujahren 1998, 2001 und 2006. Vier bleiben im Fuhrpark von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr Schlebusch, wovon eine technische Reserve ist.

Die Gesamtkosten für beide neuen Fahrzeuge mit je 299 PS liegen bei 1,3 Millionen Euro. Gerechtfertigt ist dieser Preis in den Augen von Dezernentin Andrea Deppe, Jörg Gansäuer, dem stellvertretenden Leiter der Berufsfeuerwehr, und Brandoberinspektor Daniel Weber vor allem durch zahlreiche Innovationen, die die alten Drehleitern nicht haben.

Dazu gehören unter anderem ein drehbares Gelenk und ein abneigbarer Rettungskorb, so dass ab sofort auch schwierige Stellen wie etwa hinter einem Dachfirst zu erreichen sind. Bisher konnten pro Korb maximal 270 Kilo befördert werden, künftig sind es 500 Kilo oder bis zu fünf Personen. Zusätzlich hat jede Drehleiter drei Kameras am Rettungskorb.

Stellten die Vorzüge der neuen Drehleitern vor: Daniel Weber und Florian Krumpen. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Um noch bessere technische Unterstützung leisten zu können, sind die Fahrzeuge – deren Länge von 32 Meter sich von den Vorgängermodellen nicht unterscheidet – deutlich schneller als in den geforderten 180 Sekunden einsatzbereit. Nicht zuletzt liegt das auch daran, dass im Beifahrersitz ein Pressluftatemgerät eingebaut ist, dass schon während der Anfahrt angelegt werden kann. Weiterer Clou: Neue Sensoren erkennen Wechselstrom. Sobald die Leiter in der Nähe von Strom ist, gibt es ein akustisches und optisches Signal. Außerdem strahlen zwei Dachscheinwerfer nach oben, um Oberleitungen in der Dunkelheit oder Drähte von Eisenbahnen zu erkennen.