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Leverkusen fehlt der Zaubertrank

Kommentar : Tunnelstreit: Leverkusen fehlt der Zaubertrank

Leverkusen wehrt sich. Der Stadtrat will auf gemeinsamer Linie gegen die oberirdischen Autobahnpläne von Verkehrsminister Scheuer vorgehen. Die Erfolgsaussichten dürften jedoch eher gering sein.

Leverkusen bleibt das Stiefkind der Republik. Die Berliner Regierung und auch sonst niemand scheint es zu interessieren, ob die Bürger der Chemiestadt  weiterhin die Lunge eng machen müssen, damit europaweit der Verkehr rollen und Wohlstand gesichert werden kann. Es geht ums Geld, um Steuergeld. Die Corona-Krise tut ein Übriges. Wer dachte, das Wirtschaftswunderland  kann sich im Interesse der Gesundheit vieler tausend Anwohner ein oder zwei  Tunnel als Zukunftsinvestition leisten, wurde bitter enttäuscht. Kann es nicht.

Der Versuch der Leverkusener Ratspolitiker, das  Blatt noch zu wenden, erinnert an die bekannte Geschichte des kleinen gallischen Dorfs, das sich gegen Rom erhebt. Ein „Schlachtplan“ ist gemacht, Leverkusen zeigt Berlin Schwert und Hinkelstein. Das wirkt zunächst mal mutig und entschlossen. Dass Rom besiegt werden kann, hat Asterix doch gezeigt. Lange her. Mal Hand auf’s Herz, wer glaubt noch wirklich daran? Anders als den Galliern fehlt Leverkusen ein politischer Zaubertrank.