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Leverkusen: Fahrraddieb zu 14 Monaten Haft verurteilt

Prozess am Amtsgericht : 33-jähriger E-Bike-Dieb muss für 14 Monate in Haft

Weil er mehrere elektrische Fahrräder im Gesamtwert von 20.000 gestohlen haben soll, wurde ein Mann zu 14 Monaten Haft verurteilt. Er saß bereits mehrfach im Gefängnis.

Innerhalb von zwei Wochen verschwanden in Leverkusen mehrere E-Bikes. Laut Polizei soll dafür ein 33-Jähriger verantwortlich sein. In sechs Fällen soll der Mann alleine und in zwei weiteren gemeinsam mit seiner Freundin die Räder gestohlen haben. Die 47-Jährige äußerte sich vor dem Amtsgericht nicht. Ihr Freund wehrte sich vehement gegen die Anschuldigungen und witterte eine Verschwörung gegen ihn. „Ich habe in meinem Leben noch kein Fahrrad geklaut“, bekräftigte er. Zudem kritisierte der Mann die Arbeit der Polizei, die seiner Meinung nach ungenau gewesen sei.

Laut den Beamten stahl der Mann vom 15. August bis 2. September 2020 acht Fahrräder im Gesamtwert von etwa 20.000 Euro. Der Angeklagte fühlte sich von der Polizei, mit der er bereits häufiger in der Vergangenheit Kontakt hatte, aus Prinzip verdächtigt. Diese hatte die Videobänder der überwachten Plätze nicht ausgewertet. In der Tat stellte bei der Zeugenaussage eines Beamten auch die Staatsanwältin fest, dass die Ermittlungen der Polizei ungenau abgelaufen seien. Laut eines Polizeiberichts hatte der Angeklagte die Taten bereits im Streifenwagen gestanden. Ordnungsgemäß aufgeführt war das aber nicht.

Der Beschuldigte saß schon mehrfach im Gefängnis und konsumierte seiner Aussage nach in seinem Leben verschiedene Drogen, darunter auch Heroin.

Insgesamt verliefen die meisten Zeugenaussagen unergiebig. Keiner der Geschädigten hatte die Diebstähle beobachtet. Die meisten Zeugen sahen den Täter zudem nicht von vorne. Lediglich eine Nachbarin belastete den Mann schwer. Sie sagte, er lackiere im Keller diverse Fahrräder um und baue sie auseinander. Zu einer Verurteilung hätten die Beweise allerdings wohl nicht gereicht.

Der Mann verließ für einige Vernehmungen den Saal, weil die Zeugen Angst vor ihm hatten. Zudem schien es so, als würde er bei jedem neuerlichen Betreten des Saals übellauniger. So sehr, dass er dem Richter mehrfach ins Wort fiel, der ihn ermahnte. „Wenn ihr mich verurteilen wollt, dann macht‘s doch einfach“, entgegnete daraufhin der Mann.

Überraschend gab der 33-Jährige dann doch zwei der Diebstähle zu. Er habe die E-Bikes in Köln verkauft. Während seine Freundin freigesprochen wurde, erhielt er für die zwei Taten eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten.