Leverkusen erradelt 387.000 Kilometer

Stadtradeln 2019 : Leverkusen erradelt 387.000 Kilometer

Beim diesjährigen Stadtradeln schneiden die Mannschaften gut ab. Die Zahlen steigen in allen Bereichen.

Wenn Christel Hausstätter morgens aus dem heimischen Fenster schaut, dann geht ihr erster Blick gleich kontrolliert gen Himmel. Ist das Wetter einigermaßen in Ordnung, schwingt sich die Rentnerin sofort auf ihren Drahtesel und fährt durch die Weltgeschichte. So verwundert es wohl nicht, dass die 77-Jährige mit 1615 Kilometern beim diesjährigen Stadtradeln einen beachtlichen Anteil lieferte.

Insgesamt verzeichnete die Stadt 3050 Teilnehmer, die während des Sommers drei Monate lang in verschiedenen Teams rund 387.180 Kilometer auf ihren Fahrrädern zurücklegten. Im Vergleich zur ersten Ausgabe 2016 hat sich die Teilnehmerzahl verfünffacht und die Kilometerzahl stieg um über 200.000.

Für Bürgermeister Gerd Wölwer ist das ein gutes Zeichen. Er sieht  Leverkusen auf einem guten Weg. Viele Menschen wunderten sich, wie gut das Radfahren in der Stadt möglich sei. „Das heißt natürlich nicht, dass schon alles perfekt ist“, fügte er auf der Preisverleihung am Mittwoch an.

Bei den separat aufgeführten und gezählten Schulen, nahm das Landrat-Lucas-Gymnasium in Opladen die Spitzenposition ein. Die Schüler dort radelten knapp über 23.000 Kilometer zusammen. Lucy und Mara aus der 6e nahmen stellvertretend einen kleinen Preis entgegen. Ihre Klasse, erzählten sie stolz, habe auf der Schule selbst den dritten Platz gemacht.

Ohnehin kämen bei passablem Wetter sicher die Hälfte ihrer Klassenkameraden mit dem Fahrrad. „Das macht ja auch Spaß“, betonte die elfjährige Mara. Merklich einen Unterschied machte die Aktion an der Schule allerdings nur bedingt. Schließlich, erläuterte eine Klassenlehrerin, sei das Einzugsgebiet sehr gut. Der Großteil sei mit dem Bus unterwegs.

Christel Hausstätter macht etwas Regenwetter gar nichts aus. Sie mache nahezu alles mit dem Fahrrad – obwohl das Auto in der Garage steht. Die Kilometer nach Krefeld oder Königswinter weiß sie auswendig. „Fahrradfahren ist für mich Leben“, betonte die 77-Jährige. Erst als ihr altes Holland-Rad 100.000 Kilometer auf den Profilen hatte, legte sie sich ein E-Bike zu. „Das mit den Knien funktioniert einfach nicht mehr so gut“, flüsterte sie.

So staunte auch die Rentnerin gehörig, als das Team „110/KMO“ nach vorne gerufen wurde. Durchschnittlich legten die Teilnehmer dort 2120 Kilometer zurück. Die Mannschaft mit der insgesamt weitesten Gesamtstrecke belegt „Covestro“ mit rund 47.000. Damit wurden die Fahrer der Balkantrasse erstmals überflügelt.

Die Stadt hofft nun, der ansteigende Trend halte an, und auch im kommenden Jahr steigt die Teilnehmerzahl weiter. „Die vielen kleinen Wege machen sehr viel aus“, schilderte Susanne Weber von der Verwaltung.