Leverkusen: Enttäuschend wenig Gäste bei der Kuba-Party im Park von Schloss Morsbroich.

„Morsbroicher Wochenende“ : Salsa tanzen mit Kopf und Herz

Die Stimmung war gut bei der Cuba-Party im Park von Schloss Morsbroich. Die Zahl der Gäste jedoch war enttäuschend.

Ausdruckstarke Klänge der Gruppe „Havanna con Klasse“, heiße karibische Grooves und ansteckende Lebensfreude des Sängers Rody Reyes sorgten am Samstag für herrlich leichtes kubanisches Lebensgefühl samt ausgelassener Stimmung im Park von Schloss Morsbroich. Traditioneller Son, Salsa, Merengue, Bachata und Regueton – mit der pulsierenden Musik und hemmungslosen Verschmelzung verschiedener musikalischer Genres und lateinamerikanischer Rhythmen fesselten sie das Publikum. Das wiederum ließ keine Gelegenheit aus, sich passend zur Musik auf der Tanzfläche zu bewegen. Wären da nicht die kühlen Temperaturen gewesen, hätten die Gäste fast vergessen können, dass sie nicht in der Karibik, sondern nur im Stadtteildreieck zwischen Manfort, Alkenrath und Schlebusch waren.

Viele hatten zwar schon am Eingang gewartet, als das Spektakel am frühen Nachmittag startete. Insgesamt fiel der Besuch mit nur 400 Leuten aber dann doch enttäuschend aus. Holger Madel, Geschäftsleiter von „Fun Concept“, räumte ein: „Wir haben mit 1000 Personen gerechnet.“

Vermutlich war das Wetter der Grund für den mageren Anklang. Zwischen 17 und 18 Uhr ging ein kräftiger Regenguss über der Stadt nieder. Vorsichtshalber war der Gartensaal geöffnet worden, doch die meisten Besucher drängten sich unter den Pavillons. Einige Paare hielten tapfer im Regen und auf der Tanzfläche aus, während Vertreter der Opladener Tanzschule Kaechele dort Unterricht in Salsa erteilten.

Salsa ist einer der meist getanzten Tänze der Welt, der sich in Deutschland größter Beliebtheit erfreut. „Viele tanzen sehr gut“, stellte Elena (41) aus Kolumbien erstaunt fest. Obwohl sie seit zehn Jahren in Leverkusen lebt, war dies ihr Premierenbesuch einer Kuba-Party. Ihr liegt der besondere Rhythmus im Blut. „Bei Salsa sind Rhythmus und Gefühl zur Musik wichtig. Aber man tanzt nicht nur mit Beinen und Hüften, sondern vor allem mit Kopf und Herz“, beschrieb sie. „Die Kulisse ist super, die Band sehr authentisch“, urteilte die junge Latina kurz darauf voller Begeisterung. Ihre Freundin Simona (38) aus Leverkusen nickte zustimmend. „Toll ist auch, dass sich die Generationen hier mischen. Wohl aber mehr junge Leute könnten sich trauen und beim nächsten Mal herkommen.“

Ob es ein nächstes Mal geben wird, ist ungewiss. Besucher Norbert Dolle meinte jedenfalls: „Es wäre absolut schade, wenn man aus der schönen Location nicht mehr machen würde.“

Ähnliche Worte hatte Oberbürgermeister Uwe Richrath im Vorjahr gebraucht. Zu vorgerückter Stunde kam er übrigens noch kurz mit Ehefrau Anne vorbei, um wenigstens noch ein wenig kubanische Atmosphäre zu schnuppern, aber auch, um zu sehen, wie es denn so läuft im Schlosspark.

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