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Leverkusen: Eine Liebeserklärung an den Sensenhammer

Industriemuseum Leverkusen : Eine Liebeserklärung an den Sensenhammer

Neue Sichtweisen auf die Freudenthaler Industriekultur werden noch bis Ende August präsentiert. Dort ist eine Verkaufsausstellung von sieben Fotografen zu sehen.

Zur Realisierung ihrer Pläne hatten sieben miteinander befreundete Fotografen aus Leverkusen und Umgebung den Schlüssel erhalten. Im Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer durften sie sich jederzeit frei bewegen und vom Charme des historischen Gebäudes inspirieren lassen. Herausgekommen ist eine fotografische Liebeserklärung an ein Stück lebendiger Industriekultur. Welche neue Sichtweisen sich den Männern zugleich eröffnet haben, ist jetzt bei einer Verkaufsausstellung zu sehen.

„Es war für alle ein spannendes Experiment mit einem gemeinsamen Nenner: dem Freudenthaler Sensenhammer“, sagt Museumsleiter Jürgen Bandsom über die Präsentation. Die ist noch bis zum 22. August zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums kostenfrei und ohne Anmeldung zu besichtigen – vorausgesetzt, die Besucher sind getestet, gesund oder genesen. Die Bandbreite der Bilder reicht von ungewöhnlichen Detailaufnahmen über faszinierende Verfremdungen bis hin zu Model- und Aktaufnahmen.

Unter dem Oberbegriff „Dynamik und Ruhe“ hat Bodo Gebhardt aus Krefeld real fotografiert und dabei mit Mehrfachbelichtung gearbeitet. Der Fotokünstler, der zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten hat, bietet in Kürze einen Workshop für Laien und demonstriert, wie sich ungewöhnliche Bildeffekte mit geringen Mitteln erzielen lassen.

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Dirk Handschuhmacher aus Odenthal ist Hobbyfotograf und hat sich mit dem Thema „Spannende Belichtungen“ beschäftigt. Wechselweise hat er mit Langzeitbelichtungen, Unschärfen und Dynamik gespielt, während andere Kreationen durch Lightpainting entstanden sind.

Jörg Wahlers, Amateur-Fotograf aus Monheim, zeigt „Akt und Portrait in Schwarzweiß“. Das Nacktmodell aus der Ukraine, das er unter anderem mit Hammer und Sichel porträtiert hat, musste allerdings nicht frieren. „Die Aufnahmen sind bereits im September entstanden“, berichtete Wahlers.

Andreas Rüb aus Solingen präsentiert Detailaufnahmen in Schwarzweiß und bezeichnet die Möglichkeit, seine erste Ausstellung im Sensenhammer präsentieren zu dürfen, als „erstklassig“. Wolfgang Tietzen aus Bonn konzentriert sich sonst auf Reisefotografie. Im Sensenhammer zeigt er „Ungewöhnliche Bildverfremdungen“. Zu sehen sind Werke mit explodierenden Farben, die zerstört und am Computer neu zusammengesetzt wurden.

Farbenfrohe Bilder hat auch der Odenthaler Cornel Krämer aus ungewöhnlicher Perspektive kreiert: aus Sicht einer Maus und etwa zehn Zentimeter über dem Fußboden.

Mit dem Titel „Anmut und Technik in Schwarzweiß“ hat Gerhard Daniels aus Schlebusch seine Fotografie überschrieben, die einen Spannungsbogen durch alte Technik schafft und in Beziehung zur Anmut und Schönheit der Jugend setzt. „Es ist etwas ganz Besonderes, im Sensenhammer fotografieren zu dürfen. Schon als Kind war ich von diesem Gebäude fasziniert“, sagte Daniels begeistert über diese willkommene Gelegenheit.