Leverkusen: Eigenkapital von KulturStadtLev schrumpft weiter.

Kulturausschuss : Verlust trotz „Bahnstadtmillion“

Eigenkapital von KulturStadtLev schrumpft weiter, hieß es im Kulturausschuss.

Die Bezirksregierung hatte ein Einsehen mit der Kultur in Leverkusen. Ab 2020 soll die sogenannte „Bahnstadtmillion“ wieder jährlich dem Kulturetat zugeschlagen und nicht dauerhaft weggenommen werden. Mehr als sieben Jahre war das Geld umgebucht worden, um die Gütergleisverlegung in Opladen zu ermöglichen. Kulturpolitiker hatten sich vehement dafür eingesetzt, dass nach Ablauf der Frist die jährliche Million wieder vereinbarungsgemäß auf dem Kulturkonto landet.

Grund zum Jubeln sei das noch nicht, goss Dezernent Marc Adomat gleich Wasser in den Wein. Damit sei der Verzehr des Eigenkapitals des Eigenbetriebs KulturStadtLev keineswegs gestoppt, sondern nur verlangsamt. Tatsächlich weist der Jahresabschluss 2018 einen Verlust in Höhe von fast 10,2 Millionen Euro aus. Weil die Verluste nicht vollständig aus dem Stadtetat ausgeglichen werden, schrumpft die Eigenkapitaldecke der KSL, die noch 56 Prozent beträgt, um weitere 1,2 Millionen Euro. Obwohl die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen 15 Jahren fast halbiert wurde auf jetzt 57, schlagen die Lohnkosten mit 8,2 Millionen am stärksten zu Buche. Der Posten ist durch die letzte Tariferhöhung um 280.000 Euro gestiegen.

Zum weiteren Prozedere bei der Umsetzung des Konzepts für das Museum Morsbroich verlangte die Bürgerliste Klarheit über die nächsten Schritte. Weil der Antrag nicht nur ungebührlich formuliert war, sondern auch vertrauliche Informationen über das nicht öffentliche Bewerbungsverfahren für die Stelle des Museumsleiters enthielt, distanzierten sich die anderen Kulturpolitiker davon.

Was dahinter stecke, das bewege allerdings auch die FDP, erklärte Monika Ballin-Meyer-Ahrens. Eigentlich ist es eine ganze Liste von Fragen, die im Ausschuss noch nicht beantwortet wurden. Zunächst die nach der neuen Rechtsform des Museums, die der Oberbürgermeister im Herbst 2019 vorstellen wollte. Derzeit erarbeiteten Wirtschaftsprüfer verschiedene Varianten, über die dann die Politik entscheiden muss, beschrieb Marc Adomat den Sachstand.

Was ist seit der Ratsentscheidung für eine Parkpalette statt der ursprünglich geplanten Parkplätze geschehen, wollte sie wissen, vor allem Näheres zu Bauzeit und nicht förderungswürdige Kosten. „Uns sind die Sponsoren mal eben von der Fahne gegangen durch diese ,dumme’ Entscheidung“, so die FDP-Politikerin. „Deswegen möchte ich, dass die einzelnen Schritte mit Preisschildern versehen werden.“ Außerdem forderte sie einen Zeitplan.

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