Leverkusen: Doppeldecker-Bus schlittert in Kärnten gegen ein Haus

Drei Leichtverletzte : Doppeldecker-Bus aus Leverkusen mit 70 Menschen schlittert in Österreich gegen Haus

Ein Doppeldecker-Bus der Leverkusener Firma Hebbel mit mehr als 70 Passagieren an Bord ist am Sonntag im österreichischen Kärnten von einer verschneiten Straße abgekommen und seitlich gegen ein Haus geschlittert.

Drei der Reisenden wurden leicht verletzt, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Unfall ereignete sich in Reisach in der Nähe von Hermagor. Auf einem Foto ist ein Bus mit dem Logo des Leverkusener Reiseunternehmens zu sehen, der bei Schneefall schräg im Straßengraben liegt. Der Busfahrer gab an, dass er von einem anderen Fahrzeug geschnitten wurde und deshalb bei einem Ausweichmanöver von der Fahrbahn gerutscht sei, sagte der Polizeisprecher.

„Wir hatten Glück im Unglück“, sagt Busunternehmer Michael Hebbel unserer Redaktion. Der Bus habe Kreuzfahrpassagiere an Bord gehabt und sei unterwegs von Hamburg nach Triest gewesen. Bei den Fahrgästen habe es sich ausschließlich um Kunden aus dem norddeutschen Raum gehandelt. Leverkusener Reisende seien nicht darunter gewesen. Alle 70 Passagiere seien nach einer Zwischenübernachtung mit einem Ersatzbus nach Italien gebracht worden. Sie seien wohlbehalten in Venedig eingeschifft worden und hätten ihre Kreuzfahrt planmäßig antreten können.

Ein Doppeldecker-Bus der Leverkusener Firma Hebbel liegt nach einem Unfall im östrereichischen Reisach auf der Seite. Foto: dpa/Florian Lederer

Hebbel bestätigte die Angaben, nach denen drei Fahrgäste leicht verletzt wurden. Zwei von ihnen seien noch am Unfallort versorgt und behandelt worden. Eine Dame sei von Rettungskräften vorsorglich in eine Klinik gefahren und nach ambulanter Behandlung zurück ins Hotel gebracht worden.

Der Leverkusener Busunternehmer befindet sich in Kontakt mit dem Bürgermeister der österreichischen Gemeinde. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen soll der Leverkusener Bus von einem anderen Fahrzeug, vermutlich ein grüner Bulli, geschnitten worden sein. „Dafür gibt es offenbar auch Zeugen.“ Die beiden Busfahrer sind inzwischen wieder zurück in die Heimat geholt worden. Der verunglückte Bus befindet sich in einer Werkstatt. „Das Wichtigste ist, dass keine weiteren Gäste zu Schaden kamen“, sagt Hebbel. „Blech lässt sich ersetzen.“

Das Internetportal „Schiffe-und-Kreuzfahrten“ zitiert einen „Augenzeugen“ wie folgt: „Wir hatten einen schweren Busunfall mit Gott sei Dank nur Leichtverletzten. Der Schock sitzt tief. Der Bus hing halb auf der Seite, und nur eine Hütte hat uns davor bewährt mehrere Überschlägt zu drehen. Ich hing ne halbe Stunde nur an den Armen, da mein Gurt gerissen war. Die Helfer vor Ort waren schnell da, und ich kann ihnen nur ein großes Lob aussprechen. Die Versorgung war erstklassig. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Venedig mit einem anderen Bus.“

Hebbel ist ein weithin bekanntes Leverkusener Traditionsunternehmen und wurde 1952 gegründet. Die Busflotte besteht laut Homepage „aus modernen Omnibussen mit Kapazitäten von 8 bis 78 Sitzplätzen – vom Stadtlinienbus bis zum klimatisierten Fernreisebus der Extraklasse“. Zum Geschäft des Leverkusener Anbieters gehört auch die Abwicklung für Großveranstalter „wie Neckermann Reisen / Thomas Cook, Phoenix Reisen, TUI Cruises, ruf Reisen und alpetour.“ Weiter heißt es auf der Homepage: „Wir fahren aus allen Regionen in Deutschland Pendelverkehre zu ausgewählten Urlaubsgebieten in Europa. Für die Seereisenveranstalter arrangieren wir die An- und Abreise mit Hotelübernachtungen und Mahlzeiten zu den großen Kreuzfahrtschiffen in deutschen und europäischen Überseehäfen.“

(dpa/bu)
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