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Leverkusen: Der Markt in Schlebusch in Corona-Zeiten

In Corona-Zeiten : Abstand halten auf dem Wochenmarkt

Manche Händler haben jetzt mehr, manche weniger Kunden. Die meisten verhalten sich vorbildlich.

Rücksichtnahme, Solidarität und gegenseitiges Verständnis sind Tugenden, die in diesen Zeiten besonders gefragt sind. Die Besucher des Bauernmarkts in Schlebusch lieferten hierfür am Samstag ein Lehrbeispiel. Wer sich auf dem Markt umsah, entdeckte Menschen, die umsichtig handelten, Abstand hielten, passend bezahlten und die Anweisungen der Marktbeschicker umsetzten.

Konkrete Vorgaben, die von den normalen Richtlinien abwichen, hatten die Händler zuvor nicht bekommen. So hatten sie zum Beispiel entgegen vieler Supermärkte keine Liste über ihre Kunden führen müssen. Marcus Vogel mit seinem großen Gemüsestand vom Hof Jüch tat es trotzdem. So sei er auf der sicheren Seite, sagte er.

Insgesamt verhielten sich die Menschen vorbildlich. Das bemerkte auch Mechthild Stamm, die Obst von der Obstanlage Mönchhof an die Leute brachte. „Heute Morgen“, sagte sie, „hatte ich ein wenig Bedenken. Aber nach den ersten Kunden waren die weg.“ Noch vergangene Woche sei das nicht so gewesen. Es habe sich merklich etwas in den Köpfen verändert, versicherte die 42-Jährige.

Dass viele Menschen versuchen, sich einen Vorrat anzulegen, kommt auch bei den Marktbeschickern an. So habe Stamm vor einer Woche merklich mehr Äpfel, Marmelade und Saft verkauft. Ähnliches berichtete Friedhelm Kamphausen vom Grunder Hof in Bergisch Neukirchen. „Wir verkaufen circa 20 bis 30 Prozent mehr Eier“, bemerkte er. Es kämen mehr Menschen, die jeweils mehr Eier kauften als normal.

Für den Landwirt handelt es sich dabei durchaus um einen Glücksfall. Schließlich, so erzählte der 63-Jährige, seien ihm viele Restaurants abgesprungen. Durch den Mehreinkauf der Leute hole er diesen Verlust wieder herein. Dennoch betonte Kamphausen: „Die Hühner wissen nichts von der Krise, die legen einfach weiter. Die Grundversorgung wird bleiben. Damit kann man jede Woche rechnen.“

Gustav Kühler schlenderte mit seiner Frau über den Bauernmarkt. Dass die Menschen Abstand hielten, freute ihn sehr. Als Mitbegründer zieht ihn der Markt magisch an. Schließlich hänge sein Herz daran, wie er sagte. „Hier ist es, wie ich finde, sicherer als im Supermarkt“, betonte der 82-Jährige. Es gebe keinen Grund, den Markt aufzugeben. Und das habe einen einfachen Grund: „Die Bauern sind Eigenproduzenten. Die müssen nicht auf den Lastwagen warten. Es werden keine Lieferschwierigkeiten bestehen.“