Oft entsteht eine enge Bindung Der Kinderschutzbund vermittelt Großeltern zum Ausleihen

Leverkusen · Die älteren Menschen kommen zu den Familien nach Hause und betreuen die Kinder so in einem vertrauten Umfeld. Vorher lernen sie die Familien in einem Vorstellungsgespräch kennen.

 Susanne Hellmann und ihre Vorgängerin Ilona Illmann vom Kinderschutzbund Leverkusen. Sie vermitteln die Leih-Omas.

Susanne Hellmann und ihre Vorgängerin Ilona Illmann vom Kinderschutzbund Leverkusen. Sie vermitteln die Leih-Omas.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Abends ausgehen oder ein wichtiger Termin und die Großeltern wohnen nicht nebenan? „Genau für solche Situationen stehen wir zur Verfügung“, erklärt Helmut Ring. Er ist der ehrenamtliche Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Leverkusen und vermittelt gemeinsam mit Susanne Hellmann und ihrem Team „Leih-Omas und Leih-Opas“.

Dabei handelt es sich um ältere Menschen, die ehrenamtlich Kinder betreuen. „Für manche Kinder ist das die einzige Möglichkeit, einmal Menschen aus älteren Generationen kennenzulernen,“ erklärt Ring. Zur Zeit beschäftigt der DKSB 18 Leih-Omas und -Opas. Sie betreuen 11 Familien und betreiben regelmäßig einen Trödelmarkt in der Opladener Fußgängerzone. „Durch Corona konnten einige unserer Leih-Großeltern nur begrenzt teilnehmen,“ berichtet Ring. Die Leih-Großeltern sind meist 60 bis 75 Jahre alt. Sie kommen, ähnlich wie Babysitter, zu den Familien nach Hause und betreuen die Kinder so in einem vertrauten Umfeld.

Wer Leih-Oma/-Opa werden will, braucht dafür keinen Kurs zu besuchen oder bestimmte Qualifikationen vorlegen. „Sie müssen nur Motivation mitbringen und natürlich selbst – körperlich und psychisch – in der Lage sein, in solche Situationen zu gehen,“ so Ring. Wenn eine Familie einen Leih-Opa oder eine Leih-Oma anfragt, gibt es zuerst ein Kontaktgespräch zwischen Eltern und Leih-Oma/-Opa. „Am Ende entscheiden die Eltern, ob Familie und Leih-Oma/-Opa passen oder nicht“, erklärt er. Es funktioniere nicht immer direkt beim ersten Treffen zwischen den Älteren und den Familien. Manchmal werde aber auch ein langfristig freundschaftliches Verhältnis zwischen ihnen aufgebaut. „Einige unserer Omas und Opas werden auch Jahre später noch zu Geburtstagen eingeladen.“

Besonders in der Corona Zeit hat sich dieses Verhältnis auch umgekehrt ausgezahlt. „Familien haben unsere Mitarbeiter angerufen und gefragt, ob sie für sie mit einkaufen gehen oder anderweitig helfen können,“ berichtet Ring. Im Januar übernahm der DKSB das Projekt vom Fachbereich Kinder und Jugendliche Leverkusen. Die Vorsitzende Angela Hillen äußert sich positiv. „Der DKSB wird das Projekt genau so weiterführen wie es bei uns gelaufen ist,“ bestätigt sie.

Wer sich als Leih-Oma oder -Opa bewirbt, muss zu einem Vorstellungsgespräch kommen und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. „Wir mussten bei solchen Gesprächen immer sehr vorsichtig sein und genau zuhören,“ berichtet Hillen. „Es gab auch Bewerber die abgelehnt werden mussten.“ Ring ergänzt: „Es gibt in unserer Gesellschaft leider noch viele Pädophile. Da müssen wir vorsichtig sein.“ Eltern zahlen einen Jahresbeitrag von 15 Euro und die Fahrtkostenerstattung für die Leih-Großeltern. Informationen gibt es unter www.dksb-leverkusen.de                      

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