Leverkusen: Das neue Hitdorfer Dreigestirn feierte mit der Jugendtanzgarde.

Hitdorf : Für Jungfrau Christiane ist das die Krönung

Karnevalsgesellschaft „Hetdörper Mädche un Junge“ feiert das närrische Jubiläum ihrer Tanzgarde mit dem neuen Dreigestirn.

Heike Evertz steht nicht gerne im Mittelpunkt. Doch weil sie vor 22 Jahren die Tanz- und Jugendtanzgarde der Karnevalsgesellschaft „Hetdörper Mädche un Junge“ (HMJ) gründete, kam sie nicht umhin, beim Jubiläumsfest zum närrischen 22-jährigen Bestehen, das am Samstag in der Stadthalle mit 300 Gästen gefeiert wurde, wenigstens einen Blumenstrauß als Dank des Vereinsvorsitzenden Josef Landwehr entgegenzunehmen. Heike Evertz ist als Abteilungsleiterin nicht nur für Ausbildung, Choreografie und Fertigkeit beim Tanzen verantwortlich, sondern hat auch die Kostüme ihrer Schützlinge in all den Jahren selbst genäht. „Ich hätte niemals gedacht, dass die Gruppe so lange bestehen bleibt“, sagte die Initiatorin und ergänzte: „Funktionieren konnte das nur, weil alle mitgeholfen haben. Eine solche Aufgabe kann nur im Team gelingen.“

Zur Jugend-Tanzgarde gehören auch zwei junge Männer, die bereits beim Kindertanzkorps „Ströppcher“ agierten: Die Cousins Steffen Hoffmann und Christoph Arenz erhielten als Anerkennung eine Vereinsnadel in Bronze. Steffen, als Monteur und Projektplaner bei einer Langenfelder Firma für Sicherheitstechnik beschäftigt, war gerade erst sieben Jahre, als er zum ersten Mal auf der Bühne stand. „Es ist alles toll und macht großen Spaß, denn sonst wäre ich nicht so lange dabeigeblieben“, begründete der 29-Jährige. „Zusammenhalt und Offenheit in der Gruppe sind ebenfalls stark ausgeprägt. Auch außerhalb des Karnevals unternehmen wir vieles gemeinsam“, ergänzte Christoph (28), der als Betriebsingenieur bei Lanxess tätig ist.

Sind seit 22 Jahren in Tanzgarde und Jugendtanzgarde aktiv (v.l.):  Steffen Hoffmann und Christoph Arenz. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Heike, ihre Trainerin, ist in ihren Augen eine gute Freundin, tanzen ein besonders schönes Hobby. Immer, wenn sie gerade nicht selber auf der Bühne stehen, helfen sie dem Nachwuchs. Überhaupt helfen sie, wo Hilfe gebraucht wird, ohne zu diskutieren. „Heute ist das nicht mehr normal, aber hier bei uns läuft das so“, sagt Christoph. Mindestens noch zehn Jahre möchten sie das beibehalten.

Bei der Gelegenheit wurde das designierte Trifolium vorgestellt, das Hitdorfer Jecken unter dem Motto „An jeder Eck ne Hetdörper Jeck“ durch die Session 2019/2020 führen will – passend zum zehnjährigen Bestehen des Vereins „Leben in Hitdorf“ (LiH).

An Strumpfhosen wird sich der 61-jährige Prinz Heinz II. (Gladbach) und Vereinsvorsitzende erst noch gewöhnen müssen. Kaum vorstellbar, dass er in seiner Heimatstadt Solingen vor dem Karneval flüchtete und die fünfte Jahreszeit erst kennen und lieben lernte, seit er 2004 nach Hitdorf kam.

An seiner Seite steht Bauer Frank (Melzer). Der 54-jährige Familienvater, der seit 1984 als kaufmännischer Angestellter im Bereich Marketing tätig ist, hat 2002 in Hitdorf ein neues Zuhause gefunden. Seit 2004 ist er Mitglied der HMJ, seit 2019 Mitglied der Fährgarde Hitdorf. Für ihn wird ein Kindheitstraum „endlich wahr“, freute sich der gebürtige Opladener.

Jungfrau Christiane (Agternkamp) ist wirklich eine Frau. 1953 im Kreis Höxter geboren, praktiziert sie als Hausärztin für Innere und Allgemeinmedizin seit 2004 in Rheindorf, lebt seit 2005 in Hitdorf. Ihr Mitwirken im Dreigestirn empfindet sie als „Krönung“ aller ihrer bisherigen karnevalistischen Aktivitäten.

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