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Leverkusen: Das Glaskunstfenster von Paul Weigmann soll erhalten bleiben

Erhalt des Glaskunstfensters gesichert : Bahn gibt Zusage: Weigmann-Fenster soll erhalten bleiben

Wer zum ersten Mal das Bahnhofsgebäude in Wiesdorf betritt, könnte meinen, er habe soeben eine ehemalige, nun umfunktionierte Kapelle betreten.

Der Grund: Das große Fenster im Spitzgiebel, das nach Entwürfen des international bekannten Leverkusener Glaskünstlers Paul Weigmann entstanden ist und den Namen „Die Rose“ trägt. Seine Witwe Marga, die das Vermächtnis Weigmanns bis zu ihrem Tod 2016 bewahrte, und ihre Mitstreiterin Gabriele Pelzer, Vorsitzende der Stadtgeschichtlichen Vereinigung, sorgten sich um das Fenster, wenn der Bahnhof für den RRX umgebaut wird. Der frühere CDU-Fraktionschef Thomas Eimermacher hatte damals versichert, dass das „prägende Kunstwerk“ fachgerecht ausgebaut und übergangsweise sicher gelagert werde.

Die Bahn hat nun Ähnliches signalisiert, wie die Stadt informiert: „Die DB Netz AG hat die Möglichkeit der Sicherung des Weigmann-Fensters vor Abriss des Empfangsgebäudes schriftlich zugesichert. Sie wird hierfür entsprechende Vorkehrungen in ihrer Ausschreibung treffen“.

Nach aktuellem Sachstand werde der Abriss nicht vor 2021 erfolgen. Bei einer Informationsveranstaltung Anfang des Jahres hatte zudem ein Bahn-Mitarbeiter betont: Um das Fenster müsse sich niemand sorgen. In der Ausschreibung sei vorgesehen, das farbenprächtige Glasfenster vorsichtig auszubauen und den Interessenvertretern der Familie Weigmann zu übergeben.

Im Vorfeld dessen will Pelzer eine Sammelaktion starten, damit das Fenster spätestens vier Monate vor dem Abriss des Empfangsgebäudes fachgerecht ausgebaut werden kann. Insgesamt geht es um 21 Fensterteile, die sorgfältig demontiert, gesäubert, nummeriert und zur Werkstätte der Firma Altmann transportiert werden müssen – jener Firma aus Linnich/Nahe Jülich, die das Fenster ursprünglich auch eingebaut hat. Wie lange das Werk dort eingelagert bleibt, ist ungewiss.

Es wird erst dann wieder hervorgeholt, wenn die Stadt ein passendes Gebäude für den Einbau gefunden hat. Insgesamt werden 15.000 Euro einschließlich Versicherung benötigt. Sollte mehr zusammenkommen, stellt die Organisation, die sich für Kunst, Kultur und Denkmalschutz in Leverkusen einsetzt, auch den Betrag für den anschließenden Rückbau zur Verfügung. Pelzer betont: „Uns ist wichtig, die Arbeit erstmal sicher unterzubringen. Wir wollen das Geld bis 2022 zusammen haben.“ Früher sei das nicht möglich, weil nicht klar sei, wann das Geld genau gebraucht würde. Aus vereinsrechtlichen Gründen müssten Spenden in kurzer Zeit zweckgebunden ausgegeben werden.

(LH/kno)