Leverkusen: Dampfbahn fährt im Park

Dampfbahn-Fahrtag: Bitte alle einsteigen!

Am Sonntag konnten Groß und Klein beim Dampfbahnfahrtag im Stadtpark ihre Runden auf den Modelleisenbahnen drehen.

WIESDORF. Erst ein langes Tuten, dann setzt sich die kleine Lokomotive in Bewegung. Am Sonntag war im Stadtpark der monatliche Fahrtag des Gartenbahnvereins „Dampfbahn Leverkusen“. Und bereits am frühen Mittag tummelten sich viele Interessierte vor dem Schienennetz. Einsteigen durfte aber nur, wer ein Ticket gekauft hatte. Denn wie bei den großen Vorbildern, wurden hier die Fahrkarten vor Abfahrt geknipst.

Die kleinen Dampfbahnen mit mehreren Anhängern zum Sitzen drehten den ganzen Tag lang ihre Runden. An Bord: viele Kinder mit ihren Eltern - auch der dreijährige Jonas mit seinem Vater Philipp. Die junge Familie kommt eigentlich aus Burscheid, auf Empfehlung einer Freundin waren sie am Sonntag zum ersten Mal dabei. „Jonas fährt eh gerne Bus und Bahn“, erzählte Philipp. „Aber das hier ist besser“, unterbrach ihn sein Sohn, bevor er sich für die nächste Runde, diesmal mit seiner Mutter, anstellte.

„Aber wir machen das ja nicht nur, damit die Kinder Spaß haben“, sagte Hans-Joachim Jentzsch. Auch das innere Kind käme hier auf seine Kosten. Der 68-Jährige ist seit 13 Jahren Mitglied des Vereins. Nach seinem Ruhestand kamen ihm die Dampfbahnen gerade recht. Er weiß, wie viele Arbeitsstunden in den handgefertigten Modellen stecken. Teilweise bräuchten die eifrigen Modellbauer über 5000 Stunden. Die originalgetreuen Bahnen haben trotz ihrer beschaulichen Größe ordentlich Zugkraft. Dabei fahren sie entweder mit Benzin oder Diesel. „Und die Dampfloks werden noch mit Kohle betrieben“, erklärte Pascal Reintjes, Schriftführer des Dampfbahnvereins. Ganz originalgetreu eben.

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Insgesamt schlängeln sich 380 Meter Schienen durch einen Teil des Stadtparks. Wenn es nach Reintjes ginge, müsste aber mehr Platz her. „Wir wollen die Anlage vergrößern“, sagte der 24-jährige angehende Informatiklehrer. Dafür müsste allerdings erst das Einverständnis der Stadt her, denn der Teil des Parks, in dem die Anlage steht, ist nur gepachtet.

Für die Sonntagsbesucher war die bestehende Anlage aber vollkommen ausreichend. Kinder winkten fröhlich ihren Eltern zu, die eifrig Fotos machten. Von morgens an dabei und sichtlich begeistert war auch Jan. Er und sein Vater kommen regelmäßig, egal, ob bei strahlendem Sonnenschein oder Wind und Regen. „Im Frühjahr hat es mal geregnet, da hatten wir fast die ganze Anlage für uns“, erinnerte sich der Vater. „Ich war bestimmt schon hundertmal hier“, erzählte der Fünfjährige begeistert. Von Langeweile bisher keine Spur, Jan blieb direkt auf seinem Anhänger sitzen, um noch einmal zu fahren.

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