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Leverkusen: Covestro setzt auf Wachstum und Weichschaum-Recycling

Leverkusen: Bilanz erstes Quartal 2021 : Covestro setzt auf Wachstum und Weichschaum-Recycling

Der Dax-Konzern kommt nach einem schwierigen Jahr 2020 wieder auf Spur. Das erste Quartal überzeugte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Parallel arbeitet das Unternehmen weiter an der Vision Kreislaufwirtschaft. Unter anderem mit einer Pilotanlage in Leverkusen.

An der B 8 herrscht in der Konzernzentrale von Kunststoffhersteller Covestro pandemische Leere. Vereinzelt sind Mitarbeiter vertreten in dem luftigen, modernen Bau mit viel Glas und Etagen mit wenig Wänden und farblich schön gestaltetem Mobiliar. Wer damit Stillstand verbindet, ist auf dem Holzweg. „Covestro befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs“, meldet das Unternehmen mit den Zahlen fürs erste Quartal, spricht von Erholung der Nachfrage und deutlicher Belebung des Geschäftsverlaufs. „Das Mengenwachstum im Kerngeschäft stieg infolgedessen um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.“ In der Region Asien-Pazifik hat sich die Wirtschaft offenbar vom Pandemieschock etwas erholt, fragt wieder nach, was 2020 pandemiebedingt nicht gewollt wurde.

Aber: „Insgesamt wurden die Wachstumsmöglichkeiten im ersten Quartal infolge eingeschränkter Produktverfügbarkeiten durch ungeplante wetterbedingte Produktionsstillstände in der Region Nordamerika und Rohstoffengpässe begrenzt“, muss Vorstandschef Markus Steilemann aktuell auch berichten. Dennoch: „Unser Jahresauftakt war sehr erfolgreich,“ sagt er. „Diese Dynamik nehmen wir mit in die Umsetzung unserer neuen Strategie. Damit richten wir unseren Blick klar nach vorn und gehen auf unserem Weg Richtung Kreislaufwirtschaft offensiv voran.“

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Im Februar hatte der Konzern seine neue Strategie vorgestellt, richtet den Fokus auf eine geschärfte Kundenorientierung und nachhaltiges Wachstum, setzt langfristig komplett auf Kreislaufwirtschaft. Dazu erschließt Covestro neue Anwendungsfelder für seine Technologie, aus dem Treibhausgas CO2 einen Rohstoff zu machen. Für Matratzen wird sie – CO2 ersetzt bis zu 20 Prozent der fossilen Rohstoffe wie Erdöl – längst angewendet.

Seit 1. April bezieht Covestro gut 45 Prozent des Strombedarfs für die Produktion in Antwerpen (Belgien) aus Onshore-Windkraftanlagen. Der dänische Energieanbieter Ørsted (Offshore-Windkraftanlage) soll ab 2025 „einen erheblichen Teil des Strombedarfs an Produktionsstandorten in Deutschland decken“.

Apropos Matratzen: Seit März betreibt Covestro in Leverkusen eine Pilotanlage für chemisches Recycling von Polyurethan-Weichschaum aus Matratzen. Durch chemische Prozesse sollen aus den Weichschaumstoffen Rohstoffe zurückgewonnen und wieder vermarktet werden.

Kennzahlen erstes Quartal Konzernumsatz: 3,3 Mrd. (+18,8 Prozent), Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen): 743 Mio. (Vorjahr: 254 Mio.), Konzernergebnis: 393 Mio. (Vorjahr: 20 Mio.).