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Leverkusen Corona-Lockerungen So genießt Leverkusen die neue Normalität

Corona-Krise : So genießt Leverkusen die neue Normalität

Das erste Wochenende nach weiteren wichtigen Corona-Lockerungen – eine Rundtour. Zum Neulandpark, dem TC Schwarz-Rot Lützenkichen, dem Museum Morsbroich mit seiner aktuellen „Kunst zum Anfassen“-Ausstellung und der „Stadthalle Bergisch Neukirchen“.

Lediglich die Briefträgerin stöhnte. Weil in den letzten Wochen erheblich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs waren, konnte sie ihre Arbeit zügiger erledigen. Doch die meisten Leverkusener Bürger freuen sich über etliche zurückgewonnenen Freiheiten trotz Corona.

Vereinssport Nach Wochen des Stillstands ist kontaktloser Breitensport und Trainingsbetrieb im Freien wieder zulässig. „Der erste Tag war wunderschön“, strahlt Jörg Zietz, Vorsitzender des Tennisvereins TC Schwarz-Rot Lützenkichen, am Samstag mit der Sonne um die Wette. Auf der Anlage im Wiembachtal schlagen zahlreiche Erwachsene, Kinder und Jugendliche nach wochenlanger Tennispause den gelben Filzball hin und her. Insgesamt 108 Mitglieder zwischen acht und achtundachtzig Jahren treffen sich dort mehr oder minder regelmäßig, um ihrem Hobby nachzugehen. Umstellungen im Betrieb seien nicht notwendig gewesen, sagt Zietz, da Spielerpaare schon vor der Corona-Krise ihre Plätze reservieren und in ein digitales System einbuchen konnten. Die Tennisschule bietet auch Einzel- und Gruppentraining sowie Einheiten für Kinder und Jugendliche an. Dass er gleich am ersten Tag der Freiluftsaison vier neue Aufnahmeanträge erhielt, freut Zietz besonders: „Offenbar sind viele Menschen zurück auf den Boden der Tatsachen gekehrt und schätzen jetzt wieder das Vereinsleben“.

 Endlich wieder Vereinssport – zum Beispiel beim TC Schwarz-Rot Lützenkirchen. Der Vorsitzende Jörg Zietz (m.) hat am ersten Tag der Freiluftsaison gleich vier neue Aufnahmeanträge erhalten.
Endlich wieder Vereinssport – zum Beispiel beim TC Schwarz-Rot Lützenkirchen. Der Vorsitzende Jörg Zietz (m.) hat am ersten Tag der Freiluftsaison gleich vier neue Aufnahmeanträge erhalten. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Spielplätze Nicht minder glücklich sind kleine Kinder – und ihre Eltern – über die Freigabe der Spielplätze im Land. So zum Beispiel auf dem „Kudelmuddel“ im Neulandpark. Einige Familien sind eigens von weit angereist, wie etwa Denise, Maximilian, Levi und Milan Krayfeld aus Duisburg. „Wir haben uns im Internet über den Spielplatz informiert“, berichtet Mutter Denise. „Schön ist es hier!“. Ähnlich zwei junge Mütter aus Bergisch Gladbach, die sich am Spiel ihres Nachwuchses begeistern: „Wir sind überglücklich, dass die Kinder endlich nach Herzenslust spielen und toben können.“ Die Mutter von Mia (6) findet es zwar schwierig, ihrem Kind zu erklären, dass es Abstand halten muss. Mia aber lacht und amüsiert sich „ganz doll, weil ich wieder mit anderen Kindern klettern und rutschen darf.“ Weil Tabea (3) der Spielplatz schon am Vortag so gut gefallen hatte, wollte sie mit ihren Eltern aus Opladen unbedingt noch einmal kommen. Einzige Einschränkung: Die gesamte Parkanlage ist vorerst nur von 6 bis 18 Uhr geöffnet.

 Endlich wieder Kultur: Im Museum Morsbroich gibt es sogar – auch in Corona-Zeiten – Kunst zum Anfassen. „Liebes Ding – Object Love“ heißt die Schau, unter anderem mit Yvonne Dröge Wendels „Das Ding (Projekt Black Ball)“.
Endlich wieder Kultur: Im Museum Morsbroich gibt es sogar – auch in Corona-Zeiten – Kunst zum Anfassen. „Liebes Ding – Object Love“ heißt die Schau, unter anderem mit Yvonne Dröge Wendels „Das Ding (Projekt Black Ball)“. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Kultur Das Museum Morsbroich hat bereits seit Mittwoch wieder geöffnet. Entsprechend gut besucht sind die Ausstellungen am Wochenende. Sowohl die Präsentation „Schattenreich“ als auch „Liebes Ding – Object Love“ wurden bis 17. Mai respektive 1. Juni verlängert. Um den Besuch so sicher wie möglich zu gestalten, wurde in Abstimmung mit den zuständigen Behörden ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept entwickelt. So sorgt ein Wegeleitsystem für die Einhaltung des Mindestabstands, das Tragen von Mund-Nase-Schutz ist Pflicht. Zur eigenen Sicherheit sind alle Besucher angehalten, ihre persönlichen Daten zu hinterlassen. Auf die Ausgabe von Getränken im Jagdzimmer wird verzichtet.

 Endlich wieder Ausgehen: Zilhdze und Samet Dzeladini, Wirte der „Stadthalle Bergisch Neukirchen“, bereiten ihr Restaurant auf die Wiedereröffnung vor. Ab diesen Montag darf die Gastronomie – unter Auflagen – wieder öffnen.
Endlich wieder Ausgehen: Zilhdze und Samet Dzeladini, Wirte der „Stadthalle Bergisch Neukirchen“, bereiten ihr Restaurant auf die Wiedereröffnung vor. Ab diesen Montag darf die Gastronomie – unter Auflagen – wieder öffnen. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Gastronomie Cafés, Kneipen, Restaurants dürfen ab diesen Montag wieder öffnen. Schon seit Tagen bereitet sich Samet Dzeladini, Inhaber der „Stadthalle Bergisch Neukirchen“, auf den Neustart vor. So schiebt er die Tische im Biergarten auseinander, um den geforderten Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den einzelnen Tischgruppen gewährleisten zu können. Die Folge: Er hat nur noch Platz für 52 Gäste anstelle für 150. Im Restaurant werden einzelne Tische durch Schilder gesperrt, so dass dort nur noch an jedem zweiten Tisch – vorschriftsmäßig mit Mundschutz und Stoffhandschuhen – bedient wird. Auch dort – wie in allen anderen Restaurants – müssen sich Besucher mit Namen und Kontaktdaten registrieren. „Das wird für uns umständlich und bedeutet Mehrarbeit, aber es ist nicht zu ändern. Wir freuen uns, dass wir überhaupt wieder öffnen dürfen“, meint Dzeladini, der zur Reservierung rät.