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Leverkusen: Buchgeschäft läuft im Corona-Jahr recht gut

Buchhandlung Gottschalk : Buchgeschäft läuft im Corona-Jahr recht gut

Am Samstag gewährt Schriftstellerin Maren Gottschalk Einblicke in ihre Schreibwerkstatt. Zwei neue Veröffentlichungen hat sie dabei.

Einmal im Jahr schlüpfen Autoren in die Rolle des Buchhändlers und stehen hinter der Ladentheke. Sie beraten und empfehlen. Der Autorensamstag ist Teil der Herbstaktion „Woche unabhängiger Buchhandlungen“, mit der inhabergeführte Läden auf den Wert der örtlichen Versorgung aufmerksam machen. Der Schlebuscher Buchhändler Manfred Gottschalk beteiligt sich regelmäßig an der Aktionswoche und hatte schon Unterstützung durch den Jugendbuchautor Christian Linker. Dieses Jahr hat Maren Gottschalk zugesagt, die ganz aktuell gleich zwei Neuerscheinungen vorzustellen hat.

Kürzlich erschien ihr umfangreicher Roman „Frida“ über die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo und fast zeitgleich im Beck-Verlag eine neue Biografie über Sophie Scholl „Wie schwer ein Menschenleben wiegt“. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen konnte die Planung erst kurzfristig konkretisiert werden. Maren Gottschalk wird am Samstag, 31. Oktober, von 10 bis 13 Uhr in der Buchhandlung an der Mülheimer Straße anwesend sein.

„Ich bringe mein Laptop mit und zeige Fotos zur Recherche“, hat sie sich vorgenommen. Auf diese Weise will sie kleine Einblicke in ihre Schreibwerkstatt gewähren, denn Vortrag oder Buchvorstellung sind in den Räumen derzeit ebenso wenig möglich wie die „Museum Litterale“-Lesungen im Schloss. Es dürfen nur zehn Personen gleichzeitig, auf Abstand und mit Maske. Wer mehr über die neue Sophie Scholl-Biografie erfahren möchte, kann sich derzeit den Live-Stream der Premiere in der Evangelischen Stadtakademie München noch auf Youtube anschauen. Dort fand am Montag eine Lesung mit Gespräch als Präsenzveranstaltung statt.

In seinem Laden wird Manfred Gottschalk alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit sich Besucher und Personal rundum sicher fühlen können. Wenn das Wetter mitspielt, werde man auch die Terrasse nutzen, die Türen sollen ohnehin offen stehen. Die Autorin kann sich in einer Ecke einrichten, wo sie Fragen beantworten, von ihrer Arbeit und den Inspirationsquellen erzählen kann und Bücher empfiehlt, die sie selbst gerne liest. Parallel sollen Kunden ungestört stöbern können. Dazu nehmen sie sich augenblicklich viel weniger Zeit als früher, hat Gottschalk festgestellt.

Grundsätzlich lief das Geschäft mit Büchern im Corona-Jahr ziemlich gut. Viele Menschen nutzten die Zeit offensichtlich auch zum Lesen. Und das Stammpublikum hielt auch während der Zwangsschließung im Frühjahr die Treue, als man auf Bestellservice umschalten musste. Das sei ja zunächst sehr positiv, betont Gottschalk. Als Kaufmann aber stellt er fest, dass sein Lagerbestand viel zu hoch ist, weil weniger über den Empfehlungstisch als über Bestellung verkauft wird. Seine Umsatzspanne ist dann niedriger. Wenigstens gilt der nächste Lockdown nicht für den Buchhandel.