Leverkusen braucht 261 Milliionen Euro in Schulen

Investitionsstau : Stadt braucht 261 Mio. für Schulen

Trotz hoher Investitionen in den Vorjahren ist erheblicher Sanierungsbedarf da.

Mit den Schulen in Leverkusen ist es ähnlich wie mit dem Kölner Dom: Man wird nie fertig. Obwohl in den vergangenen Jahren zwischen 16 und 20 Mio. Euro jährlich für die Sanierung von Schulen und Neubauten ausgegeben wurden, stehen noch viele Maßnahmen auf dem Zettel, für die man zusammengenommen 261 Mio. Euro investieren müsste – Stand jetzt.

Das liege vor allem daran, dass viele Schulgebäude in den 1950er und 60er Jahren entstanden seien. Die hätten eigentlich ihre Lebens- und Nutzungsdauer erreicht, sagte Gregor Steiniger als Abteilungsleiter für Bauunterhaltung und Betrieb im Schulausschuss. Das Problem habe man vor 20 Jahren noch nicht gehabt, unterstrich er, dass nichts verschludert worden ist. Wenn man so weiter mache, habe man die Mängelliste demnach in 13 Jahren abgearbeitet, hatte Bernhard Marewski (CDU) ausgerechnet. Opladen Plus-Mann Oliver Faber kam auf 16 bis 20 Jahre. Aber beide Rechnungen werden nicht aufgehen, weil bis dahin längst jüngere Objekte in die Jahre gekommen sein werden.

Nur vier Prozent aller städtischen Schulen bekamen beim Zustand den Stempel A, was Steiniger mit „fabrikneu“ übersetzte. Alle die mit B bewertet wurden, hätten schon einige tausend Kilometer drauf, seien aber nicht wirklich zu bemängeln. Da müssten abgenutzte Teile erneuert und teilweise neue Auflagen (z.B. Brandschutzmeldeanlagen) umgesetzt werden. Zu den Schulen, die ganz oben auf der Prioritätenliste (unter dem Aspekt Schulentwicklung und Bauerhaltung) stehen, gehört die Quettinger Don-Bosco-Schule. Diese Maßnahme, für die 3,5 Mio. Euro eingeplant sind, laufe an. In Abstimmung mit der Schule soll das ehemalige Hausmeisterhaus für die Verwaltung genutzt werden, sagte Dezernent Marc Adomat. Die Hugo-Kükelhaus-Schule stehe unten auf der Liste, mahnte Monika Ballin-Meyer-Ahrens (FDP). Dabei sei ein Teil der Klassen seit mindestens zehn Jahren in Räume der Erich-Klausener-Grundschule ausgelagert. In anderen Schule gebe es noch mehr Druck, wandte Adomat ein, schlug aber vor, in Alkenrath eine Containerlösung zu prüfen. Damit wäre schon geholfen, signalisierte Schulleiterin Cordula Fundermann.

280.000 Euro sollen im Stadtetat bereitgestellt werden, zudem sollen in der Verwaltung dieses Jahr fünf Stellen geschaffen werden. Denn Gelder freizumachen reicht nicht, weil es an Fachleuten fehlt, insbesondere bei Technischer Gebäudeausstattung und der Neubau-Abteilung. Jetzt müsse man erstmal fünf Personen auf dem Markt finden, dämpfte Adomat die Erwartungen der Politik.