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Leverkusen: Brand in Lagerhalle - Oldtimer und Wohnmobile zerstört - Millionenschaden in Hitdorf

Feuer in Leverkusen-Hitdorf : Millionenschaden durch Brand in Lagerhalle

Bei Großbrand in einer 5000 Quadratmeter großen Lagerhalle wurde eine Kfz-Werkstatt mit Wohnmobilen und Oldtimern zerstört.

Die Gesichtszüge von Elke und Klaus-Peter Hartmann wirken wie versteinert. Beide stehen am Rand  des Schaumteppichs, den die Feuerwehr vor der zu einem Drittel ausgebrannten Lagerhalle hinterlassen hat und blicken fassungslos in die Brandruine. „Da drin steht unser Wohnmobil“, sagt Klaus-Peter Hartmann leise. Seine Frage an Einsatzleiter Martin Gäde, ob da noch was zu retten war, quittiert der Feuerwehrmann mit einem Kopfschütteln. „Ostern wollten wir mit unseren Enkeln in die Lünebuger Heide fahren“, berichtet Hartmann. Auch eine Reise nach Sylt war bereits geplant. „Daraus wird wohl nichts.“ Das Wohnmobil, das bei dem Großbrand ein Raub der Flammen wurde, hatte sich das Ehepaar aus Rheindorf vor zweieinhalb Jahren angeschafft. Kaufpreis: rund 70.000 Euro. „Wir sind Rentner und haben lange für das Wohnmobil gespart“, sagt Elke Hartmann mit traurigem Blick. Nun hofft das Ehepaar, dass die Versicherung den Schaden in voller Höhe übernimmt.

Wie groß der Schaden insgesamt ist, darauf wollte sich am Sonntag noch niemand festlegen. Doch der Blick von oben aus dem  ausgefahrenen Drehleiterkorb eines Feuerwehrwagens auf die Brandstelle zeigt das Ausmaß der Zerstörung: Ein Drittel der 5000 Quadratmeter großen Halle ist komplett ausgebrannt. Auch sind ausgebrannte Fahrzeuge erkennbar. Es sollen sich nach Angaben der Polizei neben Wohnmobilen auch Oldtimer in der Halle befunden haben sowie ausrangierte Möbel und Büros. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr rettete drei Schafe aus der Gefahrenzone. Bei Schadstoffmessungen im Umfeld stellte die Feuerwehr keine erhöhten Werte fest. Die Brandursache ist unklar. Die Kripo ermittelt.

    Am Samstag um 21.18  Uhr hatten Anwohner in Hitdorf bei der Feuerwehr Alarm geschlagen. Eine lange Rauchsäule zog sich aus dem nördlichen Industriegebiet in Richtung Monheim. Die Feuerwehr gab über die App „Nina“ Katastrophenalarm. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und Türen und Fenster zu schließen. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus zum Einsatzort an der Quarzstraße. Als die Einsatzkräfte dort eintrafen, brannte die Halle bereits lichterloh. Eilig beorderte  die Einsatzleitung Verstärkung aus Langenfeld, Monheim, Köln und Düsseldorf. Am Ende waren rund 200 Feuerwehrmänner mit rund 70 Fahrzeugen  an der Brandstelle, berichtet  Martin Gäde, der am Sonntagmorgen die Einsatzleitung übernommen hatte.

Von vier Seiten gleichzeitig gingen die Kräfte gegen das Feuer vor. „Dabei kamen auch Spezialfahrzeuge mit großen Wasserwerfern zum Einsatz“, berichtet Gäde. Herbeigerufene Helfer des THW rissen mit Hilfe eines Baggers eine Außenwand nieder und schlugen eine Schneise für die Feuerwehrmänner. „Die Gefahr,  dass die gesamte Halle einstürzte, war einfach zu groß“, begründet Gäde das brachiale Vorgehen. Während des Einsatzes kam es zu Explosionen, zudem stürzte eine Zwischenwand ein und begrub angestellte Fahrzeuge unter einem Berg von Schutt.  Durch ihren massiven und schnellen Einsatz gelang es der Feuerwehr, eine Brandmauer, die den Rest der Halle schützte, zu halten und zugleich ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Für die Löschaktion waren enorme Wassermengen nötig, die aus dem nahegelegenen Stockenbergsee abgepumpt und über schnell verlegte rund 3000 Meter lange Leitungen an die Brandstelle gebracht wurden, berichtet Gäde.

Im Verlauf der Nacht brachte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten am Sonntag weiter an und zogen sich nach Angaben der Einsatzleitung bis in den Nachmittag.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Lagerhalle in Leverkusen am Morgen nach dem Brand