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Leverkusen Birgit Jensen Neue Ausstellung im Kunstverein Morsbroich

Neue Schau : Der Mond in einer inszenierten Welt

Birgit Jensen zeigt im Leverkusener Kunstverein erschaffene Landschaften in Siebdrucktechnik. Die Malerin hat den Pinsel gegen die Siebdrucktechnik der Popart eingetauscht. Sie schafft grundsätzlich Unikate. Mit Schablonen und ausgehend von fotografischen Vorlagen, die sie montiert zu einer eigenen, nicht existenten Welt.

Großformatige Landschaftsmalerei – das ist der erste Eindruck beim Betreten der Kunstvereins-Räume in den Remisen von Schloss Morsbroich. Zwei Mal falsch, tatsächlich handelt es sich weder um Malerei noch um reale Landschaft, eher künstlich geschaffene Traumwelt, in der nicht alle Komponenten zusammenpassen. Birgit Jensen ist Malerin, aber sie hat den Pinsel längst gegen die Siebdrucktechnik der Popart eingetauscht. Sie schafft grundsätzlich Unikate. Mit Schablonen und ausgehend von fotografischen Vorlagen, die sie montiert zu einer eigenen, nicht existenten Welt. So ließe sich der Ausstellungstitel „Monde“ auch interpretieren, wenn man ihn französisch „le monde“ (die Welt) ausspricht.

Das verbindende Element aller Kunst-Landschaften ist allerdings der Mond, der groß und rund am Himmel steht als ferner und doch erreichbarer Erdtrabant mit seiner ruhigen Ausstrahlung und unbändigen unsichtbaren Kraft. Aber mit seiner unechten Spiegelung verwirrt Birgit Jensen ebenso wie mit den klaren Schnittkanten ihrer überlappenden Bildebenen, die so nicht funktionieren können. Die scheinbar fotografisch konkreten Flächen erweisen sich als Täuschung, wenn bei der Annäherung zunehmend die grobe Rasterung erkennbar wird.

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„Mir geht es sehr stark um die Farbe“, sagt Birgit Jensen, denn: „Sie erzeugt die Atmosphäre.“ Und die erprobt die Künstlerin vorher in kleineren Formaten, stets analog und nicht etwa am Computer. Besonders deutlich wird das in den beiden Großformaten, die sie speziell für diese beiden Räume geschaffen hat. Beide wirken wie ein Blick aus dem Fenster, wegen der architektonischen Rand-Strukturen, die das Bild wie ein Passepartout umgeben. Sie vermitteln formalen Halt, während die vernebelte Landschaft mit Mond und Teil eines Baumes zu schweben scheint. Da fehlt die sichere Orientierung, losgelöst von Ort und Zeit.

Andere Bilder wirken wie eine Theaterkulisse oder das Buch-Cover für einen mystischen, fiktiven Roman. Es ist die Inszenierung eines Flucht- und Sehnsuchtsortes. Schon barocke Gärten seien inszenierte Natur, erinnert Birgit Jensen, dass es immer das Verlangen nach idealisierter Natur gab. In perfekter Schönheit und ohne Gefahren. Und das Bild sei sowieso künstlich in seiner Zweidimensionalität, die mit der Illusion spielt. „Mich interessiert, wie weit man das treiben kann.“

Die Ausstellung „Monde“ läuft bis zum 19. Juli beim Kunstverein Schloss Morsbroich. Öffnungszeiten: Freitag 13-17 Uhr, Samstag und Sonntag 11-17 Uhr.