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Leverkusen: Bezirksvertretung gibt grünes Licht für Bebauung am Fester Weg

Einstimmiger Beschluss im Bezirk – Rat entscheidet : Grünes Licht für den Fester Weg

Die Bezirksvertretung III hat den Bebauungsplan einstimmig durchgewunken. Am Fester Weg sollen Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Das neue Wohnbauprojekt könnte wegen der Ausgleichsfläche Auswirkungen auf den A1-Rastplatzbau haben.

Diskussionen gab es nicht, alle waren sich in der Bezirksvertretung III bei Tagesordnungspunkt 27 einig: Die von Immobilienunternehmer Gernot Paeschke geplante Wohnbebauung am Fester Weg soll kommen. Einstimmig segnete das Gremium den Bebauungsplan 203/III ab. Den endgültigen Beschluss trifft der Rat am 25. Juni.

Das Areal ist im Norden durch die Grundstücke am Fester Weg und die Autobahn A 1, im Nordosten entlang der Freifläche bis zur Albert-Schweitzer-Straße, im Osten und Süden durch die Grundstücke der Wohnbebauung „Steinbüchel“ und im Westen durch die Bruchhauser Straße abgegrenzt. „Der derzeit in Leverkusen festzustellende Bevölkerungsanstieg führt zu einem anhaltenden Bedarf an Wohnbauflächen“, heißt es in der Beratungsvorlage. Es soll unterschiedlicher Wohnraum in Form von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Eine Kita ist ebenfalls geplant.

Weil dafür jede Menge Natur weichen muss, ist ein entsprechender Ausgleich Pflicht. Dafür ist die Fläche unmittelbar südlich der Autobahn A 1, nördlich der Straße Fester Weg, vorgesehen – und hier gewinnt das Projekt an Brisanz. Der Bund braucht das Land, um den geplanten Lkw-Rastplatz  an der A 1 zu bauen. Seit Anfang April steht fest, dass die Anlage mit rund 50 Stellplätzen für Lkw in Lützenkirchen kommen sollen.

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So lautet die Entscheidung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, die sich an der Empfehlung der Firma Deges orientiert, die einen Standort am Fester Weg in Lützenkirchen/Steinbüchel auftat. Das Vorgehen hat für viel Wut und Entschlossenheit zur Gegenwehr von Bürgerinitiative, Stadt, Politik und Grundstückseigentümer gesorgt.

„50.000 Quadratmeter gehören uns. Sie werden ab Herbst als ökologische Ausgleichsfläche angelegt. Das ist im Bebauungsplanverfahren festgelegt“, sagt Paeschke. Die Rastanlage würde die Ausgleichsfläche um 20.000 Quadratmeter schmälern. Aber dazu wird es nicht kommen, wenn es nach Paeschke geht: „Wir verkaufen nicht. Zur Not lasse ich es auf ein Enteignungsverfahren ankommen. Wir unterstützen die Bürgerinitiative. Wir werden uns wehren“, sagte der Unternehmer bereits Anfang April, nachdem die Raststättenpläne bekannt geworden waren.

Neben Oberbürgermeister Uwe Richrath und dem Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach übte auch die Bürgerinitiative „Lev kontra Raststätte“ harsche Kritik an dem Vorhaben – und an der Art und Weise der Entscheidung und ihrer Verkündung. „Dass Andreas Scheuer vorab niemanden informiert, ist ein dreistes, unmögliches Verhalten“, monierte etwa Lauterbach.