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Leverkusen: Bayer-Konzern korrigiert Jahresprognose nach unten

Covid-19-Auswirkungen : Bayer korrigiert Jahresprognose leicht nach unten

Pandemie, Rechtsstreitigkeiten wegen des Wirkstoffs Glyphosat: Werner Baumann hatte im zweiten Quartal mehr als ein Händchen voll zu tun, um Bayer auf Kurs zu halten. Ob der Konzernlenker das geschafft hat, offenbaren jetzt die Zahlen fürs zweite Quartal.

Bayer formuliert: „Die Geschäfte haben sich im zweiten Quartal trotz der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Unsicherheiten solide entwickelt.“ Baumann ergänzt: „Dank der Zuwächse im Agrargeschäft haben wir das Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Anm. der Red.) vor Sondereinflüssen gesteigert.“ Der sonstige Klassenprimus Pharmaceuticals und Consumer Health schwächelten.

Der Spitzenmanager betont abseits der Zahlen: Bayer setze notwendige Maßnahmen um, „um die kontinuierliche Fortführung der Betriebsabläufe in diesen herausfordernden Zeiten zu sichern und Krankenhäuser, Ärzte, Patienten, Verbraucher und Landwirte sicher mit Produkten und Dienstleistungen zu versorgen“.

Rechtsstreit Im Juni hat Bayer bekannt gegeben, für die Beilegung der rund 125.000 Glyphosat-Klagen und „für die Führung und Beilegung möglicher künftiger Rechtsstreitigkeiten“ würden Gesamtkosten von bis zu 10,9 Mrd. US-Dollar erwartet. Im Juli hatte eine US-Richterin Bedenken zu Bestandteilen „der vorgeschlagenen Sammelklägervereinbarung“ geäußert, mit der künftige Rechtsstreitigkeiten in Sachen Glyphosat geregelt werden sollten. „Die Parteien beschlossen daraufhin, ihren Antrag zurückzuziehen, um sich umfassend mit den Fragen des Gerichts befassen zu können. Bayer setzt sich weiterhin für eine Lösung ein, die sowohl die gegenwärtigen Rechtsstreitigkeiten zu vernünftigen Bedingungen beilegt als auch Führung und Beilegung möglicher künftiger Rechtsstreitigkeiten in tragfähiger Weise regelt“, heißt es aus dem Chempark.

Kennzahlen Das Ebitda legte im zweiten Quartal um 5,6 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro zu, Der Konzernumsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf rund zehn Mrd. Euro, das Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) im zweiten Quartal lag bei minus 10,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 785 Mio. Euro). Hierin seien Sonderaufwendungen in Höhe von 12,5 Mrd. Euro in Verbindung mit den Rückstellungen etwa für die Vereinbarungen etwa zu Glyphosat enthalten. Konzernergebnis: minus 9,5 Mrd. (plus 404 Mio.) Euro. Ebitda CropScience plus 28,4 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Ebitda Pharmaceuticals minus 7,1 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Ebitda Consumer Health minus 10,9 Prozent auf 254 Mio.

Der Pharma-Bereich hatte unter den Folgen der Pandemie zu leiden. Und auch die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise „sind weiterhin nur schwer einzuschätzen“, sagt Baumann und korrigiert die Prognose für 2020 leicht nach unten So soll das Ebitda etwa 12,1 (bisher: 12,3 bis 12,6) Mrd. Euro betragen.