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Leverkusen Bäckerei-Besitzer eröffnet kleinen Supermarkt

Neuer Nahversorger in Opladen : Bäckerei-Besitzer eröffnet kleinen Supermarkt

Neben einer Kamps-Filiale betreibt Mehmet Ocak (48) seit einem Monat auch ein Lebensmittel-Geschäft in der Opladener Fußgängerzone. In einigen Monaten will er sogar erweitern. Die Wirtschaftsförderung begrüßt dies. Der kleine Laden sei keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zu den großen Supermärkten in Opladen.

Die große Eröffnungsfeier in der Opladener Fußgängerzone ist Corona-bedingt ausgefallen. Doch das kann Mehmet Ocak verschmerzen. „Das Wichtigste war, dass wir überhaupt eröffnen konnten“, sagt der 48-Jährige. „Denn durch Corona kam es immer wieder zu Baustopps auf der Baustelle. Ständig fehlte irgendetwas.“ Seit einem Monat nun bietet er in seinem Lebensmittel-Geschäft gegenüber der Aloysius-Kapelle Obst und Gemüse, aber auch frisches Fleisch und andere Produkte des täglichen Bedarfs an. Dort war bis vor einiger Zeit noch ein türkischer Obst- und Gemüsehändler ansässig. „Zeynep’s Frischemark“ heißt der neue kleine Supermarkt – benannt nach Ocaks 14-jährigen Tochter.

„Wir bieten gute Qualität zu moderaten Preisen“, erklärt der gebürtige Türke, der mit neun Jahren nach Deutschland kam, hier aufwuchs und sich selbst als Rheinländer bezeichnet. Seine Waren sollen auch die deutsche Kundschaft ansprechen. „Viele ältere Opladener erzählen mir, dass es ihnen zu weit ist, für ein paar Teile zu Netto oder zu dem großen Rewe zu gehen.“ Demzufolge kämen nun auch regelmäßig Bewohner des nahegelegenen Altenheims Haus Upladin zu ihm.

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Die Gemengelage in Opladen kennt Mehmet Ocak bestens. Seit neun Jahren betreibt er eine Kamps-Filiale an der Ecke von Kölner Straße und Bahnhofstraße. Vor einem Monat hat er die Bäckerei-Leitung seinem Sohn Eren (22) übertragen. „Er hatte bei mir zuvor eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann gemacht“, erzählt der Geschäftsmann.

Das Ladenlokal an der Aloysius-Kapelle sowie die daneben gelegenen Geschäftsräume des früheren Blumenhändlers hatte Ocak bereits vor zwei Jahren gekauft – ursprünglich als Kapitalanlage. „Aber dann gab es Probleme mit den Mietern“, berichtet der 48-Jährige. „Beide hatten sich so vor den Geschäften ausgebreitet, dass es ständig Ärger mit der Kirche, der Stadt und dem Altenheim kam, weil die Zuwege dorthin versperrt und abends vermüllt waren.“ Also habe er sich entschlossen, dort selbst ein Lebensmittel-Geschäft zu eröffnen.

Vier Monate hätten Planungs- und Umbauphase gedauert – „alles in Absprache mit den städtischen Ämtern, der Kirche und dem Altenheim. Es sollte am Ende nicht zu irgendeiner bösen Überraschung kommen“, erzählt Ocak. Rund 250.000 Euro habe er in die Kernsanierung und die Einrichtung nach den neuesten hygienischen Standards gesteckt. „Die Metzgerei-Theke hat zum Beispiel eine Überdruckanlage, damit keine Bakterien von den Kunden über die Theke gelangen.“

Im September will er die Verkaufsfläche um das Ladenlokal nebenan erweitern. „Dort soll es dann auch frischen Fisch, weitere Trockenprodukte und Blumen geben.“ Sobald er die Durchbruchgenehmigung erhalte, wolle er beide Läden verbinden.

Bei der städtischen Wirtschaftsförderung ist man voll des Lobes für den Geschäftsmann. „Die Zusammenarbeit war super“, berichtet Rainer Bertelsmeier. „Angesichts des Trends, dass sich stationärer Einzelhandel aus den Innenstädten zurückzieht, ist Ocaks Engagement sehr zu begrüßen.“ Schon in der Vergangenheit habe dieser auch bei seinem Café immer investiert, sei einer der ersten gewesen, der neue Stühle und Schirme nach der Opladener Gestaltungsrichtlinie angeschafft habe. Bei der Gestaltung des neuen Geschäfts habe er sich vom Quartiersarchitekten Josef Schiefer beraten lassen. „Dadurch werden das Geschäft, aber auch die Fläche davor moderner und kundenorientierter.“ Eine Konkurrenz zu den großen Lebensmittelgeschäften sei „Zeynep’s Frischemarkt“ nicht, sagt Bertelsmeier. „Nur eine Ergänzung.“

Übrigens: „Zeynep heißt übersetzt ,Schmuck des Vaters‘ oder auch ‚Wüstenblume‘“, erklärt Ocak.