Leverkusen. Awo-Knatsch geht in die nächste Runde

Arbeiterwohlfahrt : Knatsch bei Awo geht in neue Runde

Rücktritt der Vorsitzenden Krämer – Peter Viertel moniert den „Partei-Filz“.

Der Rücktritt von Sabine Krämer vom Vorsitz der Leverkusener Arbeiterwohlfahrt (Awo) zieht Kreise. Jetzt meldet sich Peter Viertel, selbst früher im Awo-Vorstand, zu Wort. Er empfindet den Rücktritt als „bedauerlich, insbesondere wenn man deren Erfolge in der Arbeit vor Ort betrachtet“.

Krämer hatte Anfang Juli ihren Rücktritt erklärt, dem Vorstand parteipolitische geprägt Personalpolitik vorgeworfen und den Awo-Geschäftsführer Manfred Hans hart kritisiert. Der hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und unter anderem ein von Krämer kürzlich angestrengtes Schiedsgerichtsverfahren gegen Vorstandsbeschlüsse zitiert, dessen Verlauf keine Ungereimtheiten ergeben habe. Krämer legte nun nach: „Hier lügt Manfred Hans zum wiederholten Male. Zum einen habe ich einen Schiedsantrag auf Wunsch des Schiedsgerichts zurückgezogen, da das Schiedsgericht über eine unrechtmäßige Einladung zu einer Gesellschafterversammlung nicht bescheiden wollte.“ Am 2. Juli habe das Schiedsgericht „bezüglich der der Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit eines Vorstandsbeschlusses ein Urteil in einem Monat angekündigt“, merkt Krämer an. Da sei es seltsam, dass Hans die Entscheidung schon zwei Tage später kenne. Viertel sagt: „Verbandsinterne Streitigkeiten gehören nicht in die Öffentlichkeit, wenn diese dem Ansehen der Arbeiterwohlfahrt schaden. Dass es soweit gekommen ist, kann umgekehrt auch ein Verdienst des amtierenden Vorstandes bedeuten.“

Möglicherweise, überlegt er laut, liege die Nervosität bei der Awo derzeit daran, dass „im kommenden Monat eine gravierende Satzungsänderung und anschließend Neuwahlen eines Präsidiums beim Awo Kreisverband anstehen“. Und Viertel, selbst ehemals Mitglied der SPD und nun bei der Bürgerliste, legt nach: „Der von Frau Krämer erwähnte so genannte Filz der SPD ist nicht von der Hand zu weisen... Hinter vorgehaltener Hand wird bereits heute die Vergabe von wichtigen Positionen der Vorsitzenden und des BGB-Vorstandes und den damit verbundenen Namen geäußert. Alles hochkarätige, gediente Genossen und Genossinnen der SPD...“

Hans hatte zum Vorwurf des Parteifilz’ damals geäußert: Die Awo sei aus der SPD hervorgegangen. Da sei es normal dass man mit der Partei spreche, wie es im Vorstand weitergehen solle.