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Leverkusen: Automobilzulieferer Carcoustics fertigt Schutzausrüstung

Autozulieferer : Carcoustics fertigt Schutzartikel

Der Leverkusener Autozulieferer setzt während der Corona-Pandemie bei der Produktion auf Masken und Schutzwände. Die sollen in Großraumbüros auch für den nötigen Schallschutz sorgen.

Viele Unternehmen machen in Zeiten der Corona-Pandemie aus der Not eine Tugend und stellen Teile ihrer Produktion auf die Herstellung von Schutzausrüstung um. So auch der Leverkusener Automobilzulieferer Carcoustics, dessen 2600 Mitarbeiter weltweit an 18 Standorten gewöhnlich akustisch und thermisch isolierende Auskleidungen für Autos, Traktoren, Lkw und Busse fertigen. Nun werden an den Standorten in Klaus und Rankweil im österreichischen Vorarlberg neben Mund-Nasen-Masken und Acrylglas-Trennwänden auch zusätzlich schallreduzierende Trennwände hergestellt und verkauft.

Intention für die Idee sei der ungewisse Schutz der Mitarbeiter gewesen, sagt eine Sprecherin des Unternehmens: „Eine Zeit lang war der externe Kauf von Masken sehr schwierig.“ Also dachte man sich bei Carcoustics: Das können wir doch selbst und begann nach einigen Tests mit der Maskenproduktion. Mittlerweile seien alle Mitarbeiter und Zulieferer mit Masken versorgt, weshalb man sich entschieden habe, die eigenen Kompetenzen aus dem Automobilbereich auch für den externen Verkauf von Schutzausrüstung zu nutzen. So soll es gelingen, die stagnierende Auftragslage und die Umsatzeinbußen zumindest ein bisschen aufzufangen. „Unabhängig davon ist es uns aber auch besonders wichtig, damit einen Beitrag zu leisten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, so der Automobilausstatter.

Seit Neuestem werden auch Schutzwände in zwei Varianten produziert. Die Acrylglas-Wand dürften schon aus dem örtlichen Supermarkt bekannt sein. Die zweite Variante, die schallreduzierende Trennwand mutet innovativ an, und könnte das Potential haben, sich auch in der Post-Pandemie-Zeit im Büroalltag zu etablieren, weil sie nicht nur zum Schutz vor einer Infektion genutzt werden kann. Menschen, die in Großraumbüros arbeiten, kennen das: Wenn der Geräuschpegel zu viel wird und es schwerfällt, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Carcoustics nutzt für das Innere seiner Trennwand Schaumstoff, der sich bereits bei der Isolierung von Autos bewährt hat und zusammen mit dem äußeren Vlies nun stattdessen im Büro vor Geräuschen abschirmen soll. Der Nachteil: Weil die Trennwand nicht durchsichtig ist, sind die eigenen Kollegen nicht nur weniger zu hören, sondern auch weniger zu sehen. Das Unternehmen bietet verschiedene Designs an, ermöglicht den Aufdruck des eigenen Lieblingsfotos und fertigt auf Anfrage Wunschgrößen. Die Trennwand kann wegen des Schaumstoffs zudem als Pinnwand genutzt werden.

Ob die Produktion auch weitergeführt werde, wenn Corona überwunden sei, habe mit der Nachfrage zu tun, betont die Sprecherin: „Wir sehen den Automobilbereich aber weiter als unser Kerngeschäft an.“ 2019 brachte das noch einen Umsatz von 360 Millionen Euro ein.