Leverkusen: Auftakt der Jazztage mit "Blues Night" global verbreitet.

Jazztage : „Blues Night“ erreicht ihre Fans weltweit

Zum Auftakt der Jazztage ermöglicht das Internet eine globale Verbreitung. Musikfreunde melden sich aus Japan oder Brasilien.

„Super Sound“ meinte ein begeisterter Zuhörer und -schauer. Dabei zählte er nicht einmal zu den rund tausend Anwesenden vor Ort im Forum bei der Eröffnung der 40. Leverkusener Jazztage. Das Urteil kam aus dem fernen Louisville/USA. Ebenso wie Bemerkungen aus Brasilien oder Japan. In der Tat: Die „Blues Night“ war ein weltweites Musikereignis.

Der Westdeutsche Rundfunk machte es möglich, der die Konzerte für seinen „Rockpalast“ mit sechs Kameras nicht nur aufwendig aufzeichnete, sondern auch direkt ins Internet stellte. Im Livechat gaben dann viele ihre Kommentare ab wie „Es ist ein großartiges Geschenk für mich“ oder einfach nur „genial“. Der technische Aufwand bei einem solchen Konzert ist enorm, um alleine einen satten Sound im Terrassensaal vor Ort zu erzeugen. Aber hinter den Kulissen buchte der WDR dann noch einmal acht LTE-Leitungen mit Priorisierung ins Kölner Funkhaus, um eine stabile Übertragung zu gewährleisten. Von dort ging es dann via Internet in die weltweite Verbreitung.

Wiederum im eigens eingerichteten WDR-Büro im Forum konnte man dann – ganz herkömmlich über die hauseigene WLAN-Verbindung – verfolgen, wie viele User sich gerade ins laufende Programm eingeklinkt haben. Die Zahl schwankte stark, aber am Ende werden es rund 40.000 sein, die sich zumindest zeitweise beschallen ließen. Der Japaner genoss die Live-Musik gerade beim Frühstück, der Brasilianer als Betthupferl.

So konnten weltweit die Fans von Kris Barras, Eamonn McCormack und Kenny Wayne Shepherd der Blues Musik lauschen. Die Anhänger scheinen zumindest handverlesen. Denn die Namen der Protagonisten  waren nicht einmal vielen der Jazztage-Mitarbeiter geläufig. Dafür nahmen die Hardcore-Liebhaber dieses Sounds zum Teil lange Anfahrten in Kauf. Ein kleiner Rundgang in der Tiefgarage des Forum und der Blick auf die Autokennzeichen reichte: Einmal waren es natürlich zahlreiche Kölner und Düsseldorfer, tatsächlich auch die kamen. Dann kamen viele aus dem Ruhrgebiet und dem Frankfurter Raum.

Die hörten dann die vorwiegend harten Klänge, eine Musik, die von Legenden wie Led Zeppelin oder Jimmy Hendrix geprägt wurde. Einige – der vorwiegend älteren – Zuhörer fühlten sich auch an diese Zeit erinnert, wie man aus Gesprächen erfuhr. Dafür nahmen sie eine längere Anfahrt in Kauf. Ein Ehepaar aus Euskirchen, das überhaupt zum ersten Mal bei den Jazztagen war, lobte die problemlose Anreise mit einem Tiefgaragen-Parkplatz für eine Gebühr von 2,50 Euro. Dagegen  erschienen die fünf Euro für ein Glas mittelmäßigen Weins in der Pause als nicht angemessen.

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