Leverkusen: Auf dem Friedhof Manfort sind Kolumbarien ausverkauft.

Friedhöfe : In Manfort sind die Kolumbarien voll

Die Stadt plant trotz hoher Nachfrage keine Neubauten, sondern will den Bedarf durch Wiederbelegung decken.

Eine kurze Nachricht der städtischen Friedhofsverwaltung erreichte Anfang dieser Woche die Bestattungsunternehmen in Leverkusen und umliegenden Städten: „Alle Kolumbarien auf dem Friedhof Manfort sind verkauft“, hieß es darin knapp. Wer sich also für ein Urnengrab in dieser Form interessiert, dürfte auf dem Friedhof Probleme haben: Bereits seit zwei Jahren, heißt es aus der Bestatterbranche, seien dort alle Kolumbarienplätze belegt.

Weil in diesem Jahr zum ersten Mal die Ruhezeit von 20 Jahren für einige Plätze abgelaufen ist, waren vor Weihnachten neun freigeworden. „Die aber sind jetzt schon wieder alle weg“, sagte der Leverkusener Bestatter Maximilian Bertram, der im Bestatterverband stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes Leverkusen, Burscheid und Leichlingen ist. Zugleich ist die Nachfrage nach Kolumbarien ungebrochen hoch. „Die Bestattungsart liegt im Trend“, bestätigte Bertram. Das liege vor allem am geringen Pflegeaufwand für die Grabstelle, die trotzdem den Charakter eines Grabes behalte, zu dem die Angehörigen in ihrer Trauer gehen könnten.

Auf dem Friedhof in Manfort befinden sich insgesamt 742 Kolumbarien mit jeweils zwei Plätzen. Die Stadt erklärte auf Nachfrage, dass zurzeit auf städtischen Friedhöfen in Leverkusen überhaupt keine Kolumbarien zur Verfügung stünden. Auch in Zukunft wird sich daran voraussichtlich zumindest in Manfort, wahrscheinlich aber auch darüber hinaus, wenig ändern: „Es sind keine neuen Kolumbarien auf dem Friedhof Manfort geplant. Jedoch werden nach Ablauf der gesetzlichen Ruhefrist immer wieder Urnenplätze frei. Ziel ist die Bedarfsdeckung durch Wiederbelegung“, informierte eine Stadtsprecherin. Für „bedarfsorientiert“ hält Bestatter Maximilian Bertram dieses Vorgehen nicht: „Die Nachfrage ist auf jeden Fall da. Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Angebot gäbe. Gerade in der schweren Zeit, wenn ein Mensch gestorben ist, würden wir den Angehörigen gerne ihre Wünsche erfüllen können“, sagte Bertram.

Auch in Leichlingen gibt es auf den städtischen Friedhöfen am Kellerhansberg und in Witzhelden Kolumbarien, außerdem auf dem katholischen Friedhof am Johannisberg und am Pilgerheim Weltersbach. Das katholische Bistum der Alt-Katholiken ist zudem Träger des Kolumbariums im Bestattungshaus Schlage. Bestatter Jens Schlage bestätigt die große Nachfrage nach dieser Bestattungsform: Derzeit wird das Kolumbarium unter seinem Dach von 125 auf 250 Plätze erweitert. Sie sollen im Laufe dieses Jahres für Bestattungen unabhängig von der Konfession zur Verfügung stehen stehen.

Maximilian Bertram hat eine Lösung für das Leverkusener Problem: „Die Stadt muss ja gar nicht unbedingt neue Kolumbarien bauen. Man könnte darüber nachdenken, die Ruhezeiten von 20 auf 12 Jahre zu verkürzen.“ Auch dadurch könnte die Nachfrage besser bedient werden.