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Leverkusen Arbeiten für H-Gasleitung starten im November

Bürgermonitor: Pipeline in Leverkusen : Arbeiten für H-Gasleitung starten im November

Open Grid Europe hält an seinen Plänen fest. Das Unternehmen setzt aber auf Nachbarschaftsgespräche und will empörte Anwohner besänftigen. Die fordern nun, dass die Pipeline zumindest tiefer als bisher geplant im Boden verlegt wird.

Ab November gehen am Rande von Opladen die Vorarbeiten für die H-Gasleitung los, die das Unternehmen Open Grid Europe (OGE) für sein Tochterunternehmen NETG verlegen will. Wie OGE in einem Anwohnergespräch berichtete, wolle man zunächst mit dem Bau eines Mikrotunnels unter der Autobahn A3 starten. Diese Arbeiten sollen voraussichtlich im Februar 2021 abgeschlossen sein, anschließend folgten die Hauptbauarbeiten an der Fernleitung.

Das Gespräch mit rund 20 Anwohnern und Politikern war angesetzt worden, nachdem sich Anwohner der Alexanderstraße darüber gewundert hatten, wieso Arbeiter nur 30 bis 50 Meter vor ihren Häusern ein Feld auf Bomben untersuchten. Die Opladener waren davon ausgegangen, dass die Leitung, die künftig H-Gas transportieren soll, in rund 350 Metern Entfernung – zwischen der A3 und dem Lärmschutzwall der Landstraße 288 – verlegt wird. So war es auf einem Plan von OGE eingezeichnet.

Eine „Ungenauigkeit“, für die sich das Unternehmen bei den Anwohnern entschuldigte. Auf Nachfrage unserer Redaktion tauschte es die Karte auch sogleich durch eine „detailliertere“ aus. Um eine Planänderung handele es sich aber nicht. Die Trasse werden so verlaufen, wie sie genehmigt worden sei.

„In Teilen war zu Beginn des Termins die Stimmung durchaus als angespannt zu bezeichnen“, berichtet Matthias Itzwerth, der als Anwohner der Heribertstraße zu dem rund anderthalbstündigen Ortstermin gekommen war. „Insbesondere die Zeichnung auf der Homepage, die einen anderen Streckenverlauf darstellte, wurde immer wieder angesprochen.“ Im Verlaufe des Gesprächs, bei dem zwei Vertreter von Open Grid die aktuellen Bau- und Zeitpläne vorstellten und Fragen beantworteten, habe sich die Stimmung etwas entspannt.

 „Wir hoffen, dass die Arbeiten jetzt auch so ausgeführt werden, wie sie vorgestellt wurden“, sagt Anwohner Bodo Heinrichs. „Aufgrund der Nähe zu den Grundstücken haben wir einen Brief an die Stadt Leverkusen geschrieben und gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Pipeline zumindest etwas tiefer in den Boden kommt.“ Derzeit ist noch ein Meter geplant. „Wir fürchten nur, dass das wegen der Kommunalwahl irgendwie unter den Tisch fällt.“ Oberbürgermeister Uwe Richrath war bei dem kurzfristig angesetzten Termin nicht dabei, wohl aber einige SPD-Politiker.

Wegen Corona seien im Moment keine größeren Informationsveranstaltungen möglich, erklärt OGE. Stattdessen fänden nur Nachbarschaftsgespräche mit begrenzter Teilnehmerzahl statt.

Open Grid Europe verlegt die H-Gasleitung für sein Tochterunternehmen NETG. Die geschätzt 58 Millionen Euro teure NETG-Leitung Voigtslach-Paffrath, die von Hitdorf nach Bergisch Gladbach führt, ist Teil des Netzentwicklungsplans „Gas 2018“ der Bundesnetzagentur. Sie soll OGE zufolge die L-H-Gas Umstellung im Raum Köln ab 2023 gewährleisten. Hierzu zähle neben der Umstellung in den Kommunen entlang der Fernleitung auch die Umstellung im Chempark Leverkusen im Jahr 2024. Informationen gibt es auf der Internetseite: https://www.netg-voigtslach-paffrath.de