Leverkusen: Ärger um Radler auf der Balkantrasse.

Bürgermonitor : Ärger um Radler auf der Balkantrasse

Die Tochter von Nadine und Ralph Hock wurde bei einem Unfall verletzt. Die Eltern fordern mehr Rücksichtnahme.

Die Balkantrasse ist ein beliebtes Ausflugziel. Doch leider kommen sich dort die Nutzer – Radfahrer und Spaziergänger– immer wieder in die Quere. Und das führt von Fall zu Fall zu gefährlichen Situationen.

So wie vor einigen Tagen. Ende Februar nutzten Nadine und Ralph Hock das schöne Wetter aus, um mit ihrer fünfjährigen Tochter einen Ausflug auf der Balkantrasse zu unternehmen. „Wir waren mit unserer Tochter mit den Fahrrädern unterwegs und haben in der Nähe des Abgangs Ölbachstraße angehalten, weil wir ein anderes Kind aus dem Kindergarten getroffen haben. Unsere Tochter ist dann ein kleines Stück vorgefahren und hat an der Abfahrt einen plötzlichen Schlenker gemacht, weil sie nach Hause wollte“, berichtet Nadine Hock.In diesem Moment habe sie ein Rennradfahrer erwischt, der mit hoher Geschwindigkeit bergab Richtung Opladen unterwegs war.

„Wir haben unser Kind im Blut liegen sehen und nicht daran gedacht, den Radfahrer nach seinem Namen zu fragen“, erzählt Hock. Das Mädchen wurde im Krankenhaus in der Nacht noch operiert und hat nun neben genähten Wunden auch zwei Zähne weniger.

Nadine und Ralph Hock geht es bei dem Bericht, den sie bei Facebook veröffentlicht haben, aber nicht in erster Linie um Zeugensuche, sondern eher um einen allgemeinen Appell zu gegenseitiger Rücksichtnahme. „Bitte fahrt doch alle etwas langsamer, wenn sich auch Kinder, Hunde oder Spaziergänger auf der Bahn befinden“, appelliert Nadine Hock an die Radfahrer. Dies gelte besonders für die Bereiche an den Zufahrten.

Der kleinen Tochter geht es inzwischen den Umständen entsprechend besser. „Sie hat wieder angefangen, feste Nahrung zu sich zu nehmen“, sagt Ralph Hock. Sogar das Fahrrad wollte die Kleine im Kurzurlaub mit nach Holland nehmen.

Von anderen Facebook-Nutzern, aber auch Nachbarn und Bekannten haben Ralph und Nadine Hock viel Mitgefühl erfahren. „Aber es haben auch viele von ähnlich kritischen Situationen erzählt, die glücklicherweise nicht ganz so schlimm ausgegangen sind.“

Viele Radfahrer sähen die Balkantrasse als reinen Radweg an, glaubt Hock. „Gerade wenn es bergab geht, haben die eine unheimliche Geschwindigkeit drauf.“ Rücksicht auf Fußgänger nähmen die wenigsten von ihnen, die Mehrzahl fährt laut Hock ungebremst vorbei.

Die Reaktionen auf den Beitrag seiner Frau bei Facebook scheinen ihm recht zu geben. „Solange offiziell immer noch von Radtrasse und Panoramaradweg gesprochen wird, haben Fußgänger und Co. laut Meinung vieler Radfahrer auf der ,Rad­trasse’ nix verloren beziehungsweise werden nur geduldet und haben sich in Luft aufzulösen, sobald sich Radfahrer nähern“, schreibt ein Nutzer.

„Sicher müssen alle Rücksicht aufeinander nehmen, aber ein Radfahrer muss immer sicherstellen, dass er besonders bei Kindern und Hunden bremsen oder ausweichen kann. Die sind nun mal schnell in den Weg gesprungen. Da kann ich dann eben nicht mit Vollgas mit 50 Zentimeter Abstand dran vorbeiheizen“, schreibt eine Nutzerin.

„Vielleicht kann man Hinweise aufstellen, dass man Rücksicht nehmen muss, auf alle anderen die eben nicht so schnell unterwegs sind! Das muss doch möglich sein, vor allen Dingen, wenn man in die Ortschaften kommt“, schlägt ein weiterer Nutzer vor.

Petra Haller vom Förderverein Balkantrasse hat von dem aktuellen Vorfall nichts mitbekommen. „Sicher hören wir immer wieder Geschimpfe, aber rücksichtslose Menschen gibt es immer und überall, das ist jetzt kein besonderes Problem der Balkantrasse.“ Ihrer Einschätzung nach handelt es sich bei dem Vorfall von Familie Hock um einen Einzelfall. „Von einem Problemschwerpunkt ist uns nichts bekannt.“

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