Erst neun von 15 Leuchten an der Stadtautobahn Leverkusen sind weg Abbau der Hochmaste verzögert sich

Leverkusen · Bis Ende vergangenen Jahres sollten 15 der riesigen Beleuchtungen abgebaut sein, drei sollen aus Nostalgiegründen stehen bleiben. Die Technischen Betriebe sind aber im Verzug.

Futuristische Himmelsstürner: Die Hochmasten an der Stadtautobahn stammen aus den 1960er Jahren.

Futuristische Himmelsstürner: Die Hochmasten an der Stadtautobahn stammen aus den 1960er Jahren.

Foto: Bernd Bussang

Der Abbau der Lichthochmasten in Wiesdorf und Küppersteg verzögert sich weiter. Gemäß einem Ratsbeschluss sollten von den 18 Hochmasten in den Jahren 2017 bis 2020 15 Masten abgebaut werden, drei aus nostalgischen Gründen stehenbleiben. Zuletzt war von Ende 2022 die Rede. Einige Standorte sollen durch eine geeignete Beleuchtung ersetzt werden. Nun hinken die Technischen Betriebe (TBL) kräftig hinterher. Bisher wurden gerade mal neun Hochmaste entfernt, heißt es im Ratsinformationsdienst der Verwaltung.

Als Grund nennt die Stadt die „Berücksichtigung von Zeitplänen anderer Baumaßnahmen und anderen Handlungserfordernissen“ sowie die „Einhaltung des zur Verfügung stehenden Budgets“

In 2022 sollten zwei weitere Maste entfernt werden. „Allerdings brachte die Ausschreibung kein wirtschaftliches Ergebnis, sodass der Auftrag nicht vergeben werden konnte, heißt es in dem Bericht. Die Beleuchtung, die als Ersatz für entfernte Hochmaste geplant war, sei fast vollständig installiert. Es fehle jedoch die Ersatzbeleuchtung für den Hochmast an der Ostseite Dhünnbrücke/Europaring. Diese werde voraussichtlich Anfang 2023 im Rahmen der Baumaßnahme „Ersatzneubau der Brücke auf dem Europaring über die Dhünn“ aufgestellt, heißt es weiter.

Bis Ende 2024 sollen die für den Abriss vorgesehenen Hochmasten verschwunden sein.

Nostalgiefaktor oder schnöde Stromschlucker? Um die bei ihrer Errichtung 1968 futuristisch wirkenden Hochlichtmasten gab es lange politische Diskussionen. Ursprünglich sollten alle Masten demontiert werden. Der Abbau der Hochmasten soll Kosten sparen. Nach dem städtischen Konzept von 2016 hätte dies damals rund 270.000 Euro gekostet. Bis 2028 würde der Betrieb der heute noch standsicheren Hochlaternen 50.000 Euro pro Mast kosten, wurde damals weiter vorgerechnet. Dafür können 80 übliche Laternen betrieben werden, sagten Fachleute. Die Stadt rechnete durch die neue Beleuchtungsart mit einem Einsparvolumen von einer halben Million Euro. Beleuchtet werden sollten künftig nur noch die Rad- und Fußwege beziehungsweise die Stadtteilstraßen. Der Europaring erhält weitgehend keine eigenen Laternen. Die Autos hätten ja Scheinwerfer, begründet die Stadt.

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