Autobahnausbau in Leverkusen Der Spaghetti-Knoten wird nochmal geknüpft

Leverkusen · Die alte A1-Rheinbrücke wird derzeit demontiert. Parallel läuft die Runderneuerung des Spaghetti-Knotens am Kreuz-West und der Neubau der A1-Hochstraße A. Einblick in ein kompliziertes Baugeflecht.

Von Brückentrennung und Überfliegern in Leverkusen
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Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Es geht um fünf Ks und ein A. Und um Teil eins einer Großbaustelle, die Leverkusen noch Jahre begleiten wird – der Autobahnausbau. Derzeit laufen die Arbeiten im Abschnitt eins – dazu gehört die Demontage der alten Rheinbrücke, Neubauten im so genannten Spaghetti-Knoten im Kreuz Leverkusen-West und der Neubau der Hochstraße A in doppelter Größe mit vier Fahrspuren pro Richtung. „Das ist der Bereich der Autobahn 1 von der Brücke bis übers Kreuz“, sagt Karl-Heinz Lorbach, Projektleiter bei der Autobahn GmbH und mit den Arbeiten in und am Kreuz-West vertraut. Daran schließe sich die Hochstraße B an, besser bekannt als die Stelze.

Deren heiß diskutierter Ausbau gehört zum Ausbauabschnitt 2 des Großprojekts, die Verbreiterung der A3 zu Abschnitt 3. „Beide sind noch in der Planung“, betont Sebastian Bauer, Sprecher der Autobahn GmbH. Bei beiden wehrt sich Leverkusen gegen den oberirdischen, platzverschlingenden Ausbau, unter anderem mit der Kampagne „Keinen Meter mehr“.

Bei Abschnitt 1 sind die Arbeiten derweil in vollem Gange. Zwischen den Hälften der alten A1-Brücke – Trennschnitt war Anfang der Woche – ist mittlerweile eine mehrere Meter große Lücke entstanden. Die beiden Enden ragen ebenso in die Luft wie das Ende vom Überflieger K32 über der A1.

Er ist Teil des Spaghetti-Knotens am Kreuz-West, den die Autobahn GmbH im Zuge der Aus- und Umbauarbeiten neu knüpft. „K ist die Abkürzung für Kunstbau, eine alte Bezeichnung für ein Ingenieurbauwerk“, erläutert Lorbach. Und auch der Spaghetti-Knoten sei historisch bedingt. „Normalerweise sieht ein Autobahnkreuz von oben wie ein Kleeblatt aus“, sagt Bauer. „Weil die Planer hier aber die darunterliegende Altablagerung Dhünnaue berücksichtigen mussten, stand nur wenig Platz zur Verfügung.“ Das Ergebnis: statt Kleeblatt eben der Spaghetti-Knoten, der für die notwendigen Verbindungen zwischen A1 und A59 und auch zum Westring hin sorgt. Er besteht aus den Ks 31 bis 36, die alle nach und nach erneuert werden.

So sollen die 300 Meter von K31 ab Ende dieses Jahres ersetzt werden. Fertigstellung Mitte 2027, sagt Lorbach. Der Überflieger K32 ist mit 741 Metern fast doppelt so lang und führt über die A1 hinweg. Sein Abbruch ist im Gang. „Das Stück über der Autobahn bleibt aber erstmal stehen.“ Das hat einen praktischen Grund. Denn die Autobahn GmbH baut südlich der bestehenden Hochstraße A an der ersten Hälfte der neuen Hochstraße A. Die ersten Pfeiler sind bereits gesetzt. „Ist diese erste Hälfte fertig, werden wir den Verkehr auf sie umleiten, die alte Hochstraße abbrechen, mit ihr auch den Rest von K32. Danach wird die zweite Hälfte der Hochstraße A gebaut“, fasst Lorbach zusammen. So ließe sich eine Vollsperrung der Autobahn für den Abbruch von K32 vermeiden.

Neben den Hochstraßen-Pfeilern stehen auch schon einige für den neuen Überflieger K32. Die Vorbereitungen dafür haben bereits 2017 angefangen. „Der Bereich ist gespickt mit Leitungen. Das sieht aus wie ein Schnittmuster für Stoffe.“ Diese Leitungen hätten vor den Bauarbeiten erstmal verlegt werden müssen. Ende 2025/Anfang 2026 sollen Hochstraße und K32 fertig sein.

Der bereits fertige Überfliegerbereich K33/34 im Spaghetti-Knoten hat derzeit eine Doppelfunktion: Ihn befahren Autofahrer in beide Richtungen, weil er als Ersatz für K32 dient.

Dass Laien der Kopf vor lauter Ks schwirrt, kann Karl-Heinz Lorbach nachvollziehen. Er sei seit 2015 in das Thema hineingewachsen, „aber wenn wir Firmen beauftragen, herrscht da zunächst ob der Komplexität auch Irritation“, berichtet er. Und kommt auf K35 zu sprechen. Das ist der seit geraumer Zeit gesperrte Überflieger, der von der A1 Richtung Leverkusen führt. „Beim Neubau liegen wir in den letzten Zügen“, sagt Bauer. Im dritten Quartal dieses Jahres soll er fertiggestellt sein. Bleibt noch die Verbindung K36 zwischen den beiden Autobahnen. Auch sie wird ab Mitte 2025 ersetzt.