1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen 400 Euro Geldstrafe nach gewaltsamem Beziehungsstreit

Trotz zuückgezogener Anzeige : Tritte und Boxhiebe: Opfer verzeiht Vater seines Kindes

Laut Anklage hatte ein 35-Jähriger seine Lebensgefährtin gewaltsam daran gehindert, aus der Tür hinaus in den Flur des Mehrfamilienhauses zu gehen, indem er sich ihr in den Weg stellte und die Frau mit Tritten gegen Hüfte und Oberschenkel malträtierte.

Der Mann hatte versucht, seine Freundin gewaltsam daran zu hindern, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Sie wollte die Beziehung beenden, er war darauf handgreiflich geworden, hatte sie einsperren wollen. Das war im Januar. Jetzt musste sich der 35-Jährige vor dem Amtsgericht Leverkusen verantworten – wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung.

Laut Anklage hatte er seine Lebensgefährtin gewaltsam daran gehindert, aus der Tür hinaus in den Flur des Mehrfamilienhauses zu gehen, indem er sich ihr in den Weg stellte und die Frau mit Tritten gegen Hüfte und Oberschenkel malträtierte. Schließlich habe er sie am Nacken in die Wohnung gezogen, dort gegen die Wand gepresst und erneut gegen den Oberschenkel geboxt. Vor Gericht versuchte er nun erst gar nicht, sich zu verteidigen.

„Die Anschuldigen treffen leider genau so zu“, sagte der Angeklagte und betonte, sich so gar nicht zu kennen. In Folge der Auseinandersetzung habe er ein Anti-Aggressionstraining absolvieren sollen, das er allerdings abgebrochen habe. „Ich hatte dort nicht so die emotionale Bindung“, entschuldigte sich der 35-Jährige. Ein weiteres Training halte er auch nicht mehr für notwendig. Inzwischen, rund sieben Monate nach der Tat, hätten seine ehemalige Partnerin und er dank der gemeinsamen Tochter einen guten Kontakt zueinander, versicherte der Mann. Das Kind lebe bei seiner Mutter, sei aber wöchentlich auch bei ihm. „Ich habe mich bei ihr entschuldigt“, sagte der Angeklagte. Die Frau habe ihre Anzeige überdies zurückgezogen, ergänzte sein Verteidiger. Der Vorfall sei der endgültige Auslöser für die Trennung gewesen. Derzeit lebt der Angeklagte in Köln.

Die Ex-Partnerin als Zeugin bestätigte die Aussagen. Zwischen ihr und ihrem Ex sei alles in Ordnung, die Absprachen, die gemeinsame Tochter betreffend, würden eingehalten. „Es gibt natürlich immer noch kleine Konflikte, aber das ist normal. Wir können das klären“, sagte sie. Eine Verurteilung ihres ehemaligen Partners sei ihr nicht mehr wichtig: „Ich will nur, dass er weiterhin ein so guter Vater ist.“ Sie glaube, er habe aus seinen Fehlern gelernt.

Der Richter wollte den Mann allerdings nicht ungestraft davonkommen lassen. Er verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 400 Euro – und gab ihm einen Rat mit auf den Weg: „Sehen Sie zu, dass das Verhältnis so bleibt. Denn am Ende ist die Leidtragende immer die Kleine.“