1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: 36 Infizierte – Corona-Alarm in Altenheim

Pandemie-Lage in Leverkusen : 36 Infizierte – Corona-Alarm in Altenheim

In Rheindorf sind 26 Bewohner und zehn Mitarbeiter infiziert. Neues Testcenter geht Samstag an den Start. Impfbriefe für Senioren werden verschickt.

Im Awo-Seniorenzentrum Rheindorf hat das Virus brutal zugeschlagen. Die Stadt spricht von einem deutlichen Infektionsgeschehen. Die Zahlen sind markant: 26 Bewohner und zehn Mitarbeiter sind betroffen. „Das kann trotz der ersten Impfung vorkommen“, sagt Gesundheitsamtschef Martin Oehler. Antikörper würden nicht umgehend entwickelt.

Bei den Impfungen in den Heimen kommt die Stadt gut voran. In der letzten der zwölf Einrichtungen rückt das Impfteam am Montag an. Insgesamt sind 1800 Leverkusener geimpft. Das ist knapp mehr als ein Prozent der Einwohner und besser als der bundesweite Wert von einem Prozent. Die Impfbeteiligung bei den Heimbewohnern liege bei knapp 90 Prozent, bei den übrigen kämen meist medizinische Gründe dazwischen. Beim Personal liegt sie laut Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach bei 60 Prozent.

Testzentrum Daniel Hennig, Geschäftsführer von Corona Status, öffnet an diesem Samstag die Tore zum neuen Testzentrum am Lindner Hotel (Bismarckstraße) als Walk-in und Drive-in. Eine Online-Termin-Buchung ist Pflicht. „Wir haben reichlich Buchungen bekommen, rund 60 Prozent davon für den Drive-in.“ Testweise macht das Zentrum auch Sonntag auf, will die Zeiten nach Bedarf anpassen.

Angeboten werden für Selbstzahler der Schnelltest und der PCR-Test, der in einem Labor in Velbert ausgewertet wird. „Wer vor 12 Uhr einen Termin hat, kann auch beim PCR-Test am selben Tag mit dem Ergebnis rechnen“, sagt Hennig. Wer im Schnelltest positiv ist, dem bietet er eine Kontrolle über einen PCR-Test an. Die Zahl der Tests und die Positiven meldet Hennig ans Gesundheitsamt.

Dessen Chef Martin Oehler betont, dass ein privatwirtschaftliches Testzentrum nicht Bestandteil der städtischen Impfstrategie sei, weil ungezielt getestet werde. Aber die Stadt wolle mit dem Center zusammenarbeiten. „Positiv ist, dass PCR-Tests angeboten werden.“

Apropos positiv: Oehler gib sich in der jüngsten Lage-Konferenz verhalten optimistisch. Die Lage:

Krankenhäuser Ab Montag wollen Klinikum und Kplus-Gruppe (Remigius-/Josef-Krankenhaus) mit der Impfung des Personals starten. „Wie viel Impfdosen wir am Montag bekommen, wissen wir noch nicht. Möglich wären bis zu 100 Impfungen an Tag. Wir rechnen mit weniger“, sagt Utz Krug, Ärztlicher Direktor am Klinikum.

Impfstelle Im Erholungshaus soll im Februar die Impfung der Über-80-Jährigen beginnen. Für die ersten Wochen rechnet die Stadt mit 700 Dosen Impfstoff. 13.000 Senioren bekommen nun Post: Die Stadt verschickt ein Schreiben des NRW-Gesundheitsministers plus einen eigenen Brief mit Infos zu Ablauf und Terminierung. Die Stadt habe auch das Thema Fahrangebote, etwa einem Fahrdienst für weniger mobile Senioren, auf dem Schirm, sagt Lünenbach. Die Terminvergabe laufe über die Kassenärztliche Vereinigung, nicht übers Gesundheitsamt, betont Oehler.

Schulen und Kitas Zu Wlan-Problemen beim Homeschooling arbeitet die Stadt „mit Hochdruck“ am Glasfaserausbau, eine Interimslösung sei gefunden, versichert Schuldezernent Marc Adomat. Die Betreuungsangebote seien von rund 740 Grundschülern und 93 Fünft- und Sechstklässlern genutzt worden. Die Kita-Belegung liege bei 30 bis 40 Prozent. Ab Montag bieten städtische Kitas wieder die vollen Betreuungszeiten an. Und: Für den Monat Januar müssen Eltern keine Kita- und OGS-Beiträge zahlen, sagt Adomat. Die Erstattung der Beiträge werde im März gutgeschrieben. Automatisch.  „Nachfragen beim Amt sind nicht nötig“, betont Adomat und bittet,  von Anrufen abzusehen.

Ausblick Martin Oehler sieht in der anstehenden Zulassung des Impfstoffs von Astra Zeneca ein „helles Licht am Ende des Tunnels. Er kann in jeder Hausarztpraxis verimpft werden, weil er nicht so anspruchsvoll ist wie die RNA-Impfstoffe. So haben wir eine echte Chance, zum Sommer hin eine Herdenimmunität zu erreichen und in die Post-Corona-Ära einzutreten.“ Weil aber die Virus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika auf dem Vormarsch in NRW seien, bleibe die oberste Botschaft: „Alle Schutzmaßnahmen weiterhin streng befolgen.“