Leverkusen: 150 Fahrradfahrer demonstrieren für Balkantrasse

Protest mit 150 Fahrradfahrern in Leverkusen: Fahrrad-Demo für zügigen Ausbau der Balkantrasse

Unüberhörbar mit Trillerpfeifen und Fahrradklingeln, unübersehbar mit grünen und blauen Ballons demonstrierten am Samstag 150 Fahrradfahrer für den zügigen Ausbau des letzten Balkantrassen-Teilstücks.

Vom P&R-Parkplatz des Opladener Bahnhofs fuhren sie symbolisch über die Brücke zur Gerichtsstraße und kamen vom Kreisel Rennbaumstraße an den Imbacher Weg. Dort endet die Trasse bislang, die offene Lücke bis zur Stadtmitte beträgt exakt 800 Meter. Das will der Förderverein Balkantrasse so nicht länger hinnehmen. Zum einen, um dem "ohnehin nicht eben glänzenden Image von Leverkusen als 'fahrradfreundliche Stadt' weiteren Schaden" zu ersparen, hieß es von offizieller Seite. Zum anderen, um den bislang versteckt liegenden Einstieg in den Radweg zu erleichtern. "Immer, wenn ich auf der Balkantrasse fahren wollte, musste ich den Anfang suchen", stöhnte Axel Vollmer aus Bergisch Gladbach.

"Mobilitätswende: Am Imbacher Weg ist Ende", stand provozierend auf dem Schild eines Teilnehmers, während ein anderer noch deutlicher wurde: "Eine Straße wäre schon lange fertig." Aktuell sei "Wann geht's endlich weiter?" die mit Abstand häufigste Frage, auf die Aktive keine Antwort hätten. Sie selber haben es aber innerhalb von vier Jahren geschafft, den 5,8 Kilometer langen Ausbau bis Burscheid zu bewerkstelligen. Die Freigabe liegt nun vier Jahre zurück.

Vor Kurzem hatte die Stadt - ohne einen festen Termin für den Baubeginn zu nennen - informiert, zuvor müsse ein Grundstück von der Bahn erworben werden. Die Entscheidung werde bald getroffen. Bis die Technischen Betriebe starten könnten, seien sowohl die Förderzusage als auch das Ende des Brutvogelschutzes abzuwarten.

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Alle Zahlen, Argumente und Hinderungsgründe seien bereits 2016 in der Verwaltungsvorlage des Baudezernats genannt worden, kritisierte der Förderverein und blieb bei seinem Appell, die Strecke endlich fertig zu stellen. Franz-Peter Weber schlug vor: "Ehe die Stadt viel Geld für 150 Leihfahrräder ausgibt und sie an 40 Stationen im Stadtgebiet zur Verfügung stellt, sollte die Balkantrasse fertig gebaut werden."

Nur mit verstärkter Fahrradmobilität wollte sich Marie-Agnes Kratz, Vorsitzende des ADFC Leverkusen, nicht zufriedengeben. Sie forderte: "Das Rad muss auf die Straße, sichtbar und deutlich in die Innenstädte, damit man gar nicht erst an Dieselfahrverbote denken muss." Georg Blanchot vom ADFC Hilden und Gründungsmitglied des Fördervereins Balkantrasse, ergänzte: "Auch Radfahrer brauchen eigene Fahrspuren."

Die Hälfte aller Fahrten in den Städten seien kürzer als fünf Kilometer und per Rad viel besser zu erledigen als mit dem Auto. Ähnliche Argumente liefert im Übrigen auch die Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad NRW", die am gleichen Tag startete, diverse Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität aufzeigt und diese in einem Fahrradgesetz NRW verankert sehen möchte.

(gko)
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