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Levekrusen: Marienschüler nehmen Podcasts für Senioren im Upladin auf

Masken nähen und Kulturinitiativen : Schüler machen Podcasts für Senioren

Sketche und eingelesene Texte zum Hören und Sehen sollen ein kleiner Ersatz für die Besuche im Haus Upladin sein.

Unterricht findet ja in der Marienschule schon seit dem 16. März nicht mehr statt, die meisten Lehrer stellen und korrigieren Aufgaben für ihre Klassen von zu Hause aus. Aber einige nutzen die Zeit, um in der weitgehend leeren Schule neue Lernmaterialien zu erstellen, erzählt Direktor Dieter Miedza. Das Verwaltungsteam muss ohnehin vor Ort sein, um die täglich anfallende Post zu sichten und zu bearbeiten. Vor allem die Informationen aus dem Ministerium müssten aufbereitet und an Schüler, Eltern oder Lehrer weitergeleitet werden. Zum Glück sei die Marienschule digital bereits ziemlich gut aufgestellt und alle Schüler hätten zu Hause die Möglichkeit, darauf zuzugreifen.

Und dabei sind sie ziemlich kreativ. Bereits vergangene Woche wurde über die Schul-Homepage dazu aufgerufen, Mundschutzmasken für Altenheime zu nähen, wo Schutzmasken dringend gebraucht werden. Innerhalb eines Tages meldeten sich 15 Familien, sagt Lehrer Ansgar Szwiercynski, der zur Initiative aufgerufen und dazu eine Materialliste und Links zu entsprechenden Youtube-Seiten mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen angefügt hat. Inzwischen haben sich weitere Familien angeschlossen, und alle nähen zu Hause gegen die momentane Knappheit an Mundschutzen an.

„Wer nicht nähen kann, hat vielleicht Stoff abzugeben oder kann Stoffspenden abholen und zu Näherinnen bringen“, erklärt er, dass sich eigentlich jeder einbringen kann. Wenn jemand nicht weiterkommt oder ein Problem hat, vermittelt er den Kontakt zu seiner Frau, die handwerklich  bewandert ist und selbst auch mitnäht. „Außerdem haben wir letzte Woche zwei Kulturinitiativen gestartet“, erzählt Szwierzynski, der ein kleines Orchester zur Begleitung der Gottesdienste leitet. Proben könnten derzeit nicht stattfinden. Ersatzweise würden die Einzelnen nun ihr Spiel auf Videos aufnehmen, die man sich gegenseitig zur Verfügung stelle, um selbst die eigene Stimme dazuzuspielen.

„Die Ergebnisse sind musikalisch nicht unbedingt befriedigend, aber es ist eine nette Idee“, befindet der Lehrer. Zumal die kleinen Minikonzerte dazu geeignet sind, sie der Oma am Telefon vorzuspielen. Für jeden kleinen Auftritt werde ein Euro gesammelt. Die Spenden seien gedacht für Musiker vor Ort, die derzeit ohne Einnahmen sind. Die zweite Initiative soll Senioren im Altenheim Upladin die Zeit vertreiben, die zwar vorläufig aus Infektionsschutzgründen keine Besucher empfangen, aber sehr wohl ausgeliehene Tablets entgegennehmen dürfen. Damit können sie kleine Podcasts sehen, die Schüler für sie aufgenommen haben – zum Beispiel kleine Sketche oder gelesene Text. Der Fantasie der Jugendlichen ist da keine Grenze gesetzt.

Das ist ein kleiner Ersatz für die längst etablierten Auftritte von Marienschülern im Seniorenheim Upladin. Als Misereor-Partnerschule wirbt die MSO außerdem für die Fastenaktion Misereor. Die Kollekten vom vergangenen Sonntag sollten für die Hilfsprojekte bestimmt sein, sagt Miedza. Allerdings fanden keine Gottesdienste statt. Umso wichtiger seien Spendenaufrufe.