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Leverkusen: "Lev muss Leben" und Ultras feiern gemeinsam unter der Stelze

Leverkusen : "Lev muss Leben" und Ultras feiern gemeinsam unter der Stelze

An insgesamt elf Brücken im Stadtgebiet sind Plakate mit der Forderung "Schützt die Bürger - Tunnel statt Megastelze" gespannt. Seit Samstag ist klar: "Wir waren das", erklärte der Sprecher der Leverkusener Ultras beim "Fest unter der Stelze" nahe der Straße Neuenhof. Mit rund 70 Mitstreitern waren die Fußballfans gekommen, um die Initiative "Lev muss leben" zu unterstützen. Nachdem sie das gleiche Spruchband im Dezember im Stadion in die Höhe hielten, hatten sie sich Stadionverbot eingehandelt. "Politische Botschaften sind in der BayArena grundsätzlich verboten", begründete Meinolf Sprink von der Bayer 04 Leverkusen damals die Entscheidung. "Unsere Stadt, unser Verein", freute sich ein Mann über den Beistand. "Welche aktive Unterstützung kann noch aus der Fanszene kommen", informierte sich der Ultras-Sprecher bei Horst Müller, dem Vorsitzenden der Initiative. "Gebt euer Wissen weiter und sammelt Unterschriften", lautete dessen Antwort, ehe er feststellte: "Die Zustimmung für unser Vorhaben in der Bevölkerung wird immer besser."

Rund 300 Bürger waren zum provozierenden Fest ausgerechnet unter die Stelze gekommen, die keiner will. Es gab fast 600 Liter Bier und fast 400 Würstchen. Dazu Informationen, Musik und eine Hüpfburg für die Kinder. Vera Henrich aus Küppersteg begründete ihre Anwesenheit so: "Für mich ist es wichtig, weil ich unmittelbar von der Stelze betroffen bin." Anita Burkert aus Opladen nutzte vor allem das schöne Wetter zu einem Radausflug, ist aber ebenfalls gegen die Megastelze. Sie hätte mehr Resonanz erwartete, sagte Christiane Nickel enttäuscht. Als Anwohnerin der Josefstraße in Manfort sei sie besonders "arg gebeutelt", aber: "Diese Sache geht uns alle an." Über diese "Sache" wird in diesen Stunden in Leipzig entschieden. Sollte der Rheintunnel realisiert werden, will "Lev muss leben" ein zweites Fest feiern. Wieder unter der Stelze.

(kno)