Lehrstelle auf den letzten Drücker in Leverkusen

Wirtschaft: Lehrstelle auf den letzten Drücker

Fünf vor zwölf in Sachen Ausbildungsplatz in Leverkusen? Fast. Während es bei den großen Unternehmen wie Chemparkbetreiber Currenta eng ist, sagt die Kreishandwerkerschaft: „Wir haben noch eineinhalb Monate Zeit.“

Der 1. September ist das Datum für das Handwerk schlechthin. Dann beginnt das Ausbildungsjahr 2018. Eineinhalb Monate vorher startet der Endspurt im Bewerbungsverfahren. Dafür hat der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto, zwei Bitten: „Die jungen Menschen mögen sich bitte jetzt in den Ferien bei den Betrieben vorstellen, und die Handwerksunternehmen mögen erneut prüfen, ob sie ein Ausbildungsverhältnis anbieten können. In der derzeitigen Konjunkturphase braucht das Handwerk viele Fachkräfte. Außerdem ist die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf im Handwerk ein Weg mit Perspektive.“

Im Handwerk, ergänzt Kreishandwerkerschaft-Sprecherin Katrin Rhese sei es generell so, dass die Ausbildungsplätze erst spät vergeben werden. Sie sagt auch, dass das Handwerk unter einem veralteten Image leide: „Viele glauben, dass die Berufe dreckig sind und Frauen weniger Chancen hätten.“ Beides stimme nicht. Derzeit entwickele die Kreishandwerkerschaft eine App, in der rund 30 Berufe vorgestellt werden. „In zwei Monaten soll sie fertig sein“, verrät die Sprecherin. Bis dahin könnten etliche der aktuell 1400 freien Ausbildungsplätze vergeben sein, die die Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach noch ausweist. „Wer sich jetzt bewirbt, hat noch gute Chancen, in diesem Jahr eine Ausbildung zu beginnen“, heißt es vom Amt. Beratungsangebote für Jugendliche und das Berufsinformationszentrum in Bergisch Gladbach sind in den Ferien geöffnet.

Die Fakten: Bis Ende Juni hatten Arbeitgeber der Agentur für Arbeit 3370 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 96 (2,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Dem gegenüber stehen 1877 Bewerber ohne Lehrstelle da – 154 (8,9) mehr als im Vorjahr. 1461 Lehrstellen sind noch unbesetzt (119/8,9). Tatsächlich haben Arbeitgeber auch im Juli freie Ausbildungsplätze auf der Seite des Amtes eingestellt. Das Spektrum: von Bürokaufleuten über Fahrzeugmechaniker, Restaurantfachleuten, Veranstaltungskaufleuten bis zu Zerspanungsmechanikern.

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Wer im Chempark eine Lehre beginnen will, braucht hingegen Glück: „Fast alle Ausbildungsplätze sind im Chempark für den Ausbildungsstart im September schon fest vergeben“, sagt Currenta-Sprecher Timo Krupp. Currenta rechne damit, dass die Firmen im Chempark rund 800 neue Azubis in 25 Berufen begrüßen werden. Currenta bildet 100 Fachkräfte aus – erstmals auch für Abwassertechnik und für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Krupp: „Es ist möglich, dass einzelne Ausbildungsplätze noch frei sind. Interessenten können sich unter www.ausbildung.chempark.de informieren.“

Nützliche Adressen: Agentur für Arbeit: www.jobs-für-bergischgladbach.de/jobs/ausbildungsplaetze; Kreishandwerkerschaft: www.handwerk-direkt.de/aus-weiterbildung.aspx; Industrie- und Handelskammer Köln: www.ihk-koeln.de/Aus__und_Weiterbildung.AxCMS?ActiveID=1098

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