Leverkusen: Lauterbach warnt Diesel-Fahrer vor dem Umstieg auf Benziner

Leverkusen: Lauterbach warnt Diesel-Fahrer vor dem Umstieg auf Benziner

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat gestern bei einem Treffen mit Bürgerinitiativen in Leverkusen Fahrer von Diesel-Autos ausdrücklich davor gewarnt, im Zuge der aktuellen Diskussion um Stickoxide und Fahrverbote in den Innenstädten das Auto abzustoßen und durch einen Benziner zu ersetzen.

"Da kommen Sie vom Regen in die Traufe", betonte der Bundestagsabgeordnete, der sich seit Jahren mit dem Thema Feinstaub im Straßenverkehr auseinandersetzt.

Insbesondere die modernen Benziner mit Direkteinspritzung hätten einen bis zu fünfmal höheren Ausstoß an so genannten Nano-Feinstäuben, die direkt ins Gehirn gelangen, sich dort ablagern und für eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich sein sollen. Nur ganz wenige Modelle verfügten bislang über einen Feinstaubfilter. "Der wird in den nächsten Jahren, wenn es um weitere Fahrverbote in den Innenstädten geht, aber unter Garantie Vorschrift werden", sagt der Sozialdemokrat.

Diesel dagegen produzierten deutlich weniger dieser gefährlichen Stoffe, daher seien sie mit einer Stickoxid-Nachrüstung absolut geeignete Fahrzeuge: Und diese Nachrüstung müsse selbstverständlich die Automobilindustrie zahlen, fordert der Politiker, der ankündigte, sich in der großen Koalition dafür stark zu machen. Gemeinsam mit den Bürgerinitiativen,, deren Vertreter gestern reichlich erschienen waren, will er, will er NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in den nächsten Wochen auch rund 20.000 Unterschriften übergeben, die das Netzwerk gegen Lärm und andere für den Bau eines langen Autobahntunnels zusammengetragen haben, wie Koordinator Erhard Schoofs gestern ebenfalls bekannt gab.

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Mit dem Bau des ersten Teils der Leverkusener Rheinbrücke haben sich Lauterbach und Schoofs inzwischen abgefunden, notgedrungen, wie sie sagen. Umso wichtiger sei es aber, jetzt auf allen Ebenen dafür zu kämpfen, dass der lange Tunnel mit Feinstaub-Filter sowohl unter der A3 als auch der A1 Wirklichkeit wird.

Lauterbach wird am Donnerstag um 19:30 Uhr dazu vor Fachärzten in der Friedenskirche einen wissenschaftlichen Vortrag halten. Er geht inzwischen davon aus, dass die planerische Zuständigkeit für dieses Projekt nicht mehr nach Berlin verlagert wird, sondern in Düsseldorf verbleibt. Daher will er jetzt vor allem Laschet bem Wort nehmen. Der hatte ihm während der Koalitionsverhandlungen nämlich zugesichert, sich mit dafür stark zu machen, dass die Tunnelvariante in einem Prüfverfahren untersucht wird.

Morgen Abend ist Lauterbach Gast in der Talkshow von Markus Lanz (ZDF), wo er ein Streitgespräch mit Juso-Chef Kevin Kühnert führen wird (Bericht zur SPD-Erneuerung folgt).

(RP)
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