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Lanxess will für bis zu 120 Mio. Euro neue Anlage bauen

Ausrichtung auf Spezialchemie : Lanxess will für bis zu 120 Mio. Euro neue Anlage bauen

Als Matthias Zachert vor Jahren zu Lanxess zurückkehrte und dessen Leitung überbahm, hat er zwei Worte etabliert: new Lanxess – neues Lanxess. Nach und nach füllt Zachert die Aussage mit Leben. Jüngste Neuerung: Der Spezialchemiekonzern mit weltweit größtem Produktionsstandort in Leverkusen stellt sein Geschäft mit Technologien für die Wasseraufbereitung neu auf.

„Der Konzern konzentriert sich künftig auf das Geschäft mit Ionenaustauschern und will hier vor allem in Märkten für hochwertige Anwendungen wachsen“, heißt es aus dem Lanxess-Tower in Köln-Deutz.

Dafür wird das Geschäft mit so genannten Umkehrosmose-Membranen (Umsatz 2019 im niedrigen zweistelligen Millionenbereich) verkauft – an den französischen Konzern Suez. Die Tinte auf den Verträgen ist ganz frisch. Was Suez zahlt, bleibt unter dem Mäntelchen des Schweigens. Bis Ende des Jahres soll die Transaktion über die Bühne sein. Suez übernimmt die Anlagen am Standort Bitterfeld samt aller Mitarbeiter. „Das Membrangeschäft passt nicht mehr zu unserer strategischen Ausrichtung auf Spezialchemie“, begründet Zachert.

Für das Geschäft mit Ionenaustauscher-Harzen braucht es einen neue Produktionsanlage, für die Lanxess zwischen 80 und 120 Millionen Euro investieren will. Zachert erkennt eine steigende Nachfrage in dem Bereich. Wo die Anlage stehen soll, wird „in Kürze“ entschieden. Leverkusen könnte Chancen haben, denn hier werden bereits Ionenaustauscher-Harze hergestellt. Zudem noch in Bitterfeld und Jhagadia (Indien).

Die neue Ionenaustauscheranlage soll eine Produktionskapazität bis zu 30.000 Kubikmetern haben und innerhalb der nächsten fünf Jahre fertiggestellt werden. Hergestellt werden Ionenaustauscher, die in Reinigungsverfahren eine wichtige Rolle spielen – in der Lebensmittel- (etwa in Wasserfiler-Kartuschen), Pharma- und Halbleiterindustrie etwa. „Durch den Trend zur Elektromobilität besteht auch in der Batterieindustrie eine hohe Nachfrage nach Ionenaustauschern“, meldet Lanxess. Das passt.  Zachert will ohnehin im Bereich Batterien/Elektromobilität Fuß fassen. New Lanxess eben.