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Lanxess startet in Leverkusen jetzt bei Batteriechemie durch

Elektrolytformulierungen aus Leverkusen : Lanxess startet jetzt bei Batteriechemie durch

„Die Reise beginnt“: So fasst Konzernchef Matthias Zachert zusammen, was in der nächsten Zeit in einer Hightech-Anlage im Chempark geschieht: Lanxess-Tochter Saltigo produziert Elektrolytformulierungen für Lithium-Ionen-Batterien im Auftrag eines chinesischen Unternehmens. Es ist ein weiterer Schritt für Lanxess, um im Bereich Elektromobilität sicher Fuß zu fassen.

In diesem Jahr geht es los. Oder wie Lanxess-Chef Matthias Zachert mit einem vorfreudigen Zwinkern im Auge am Freitag bei der Bilanzvorstellung sagt: „Die Reise beginnt.“

Das heißt: losgefahren ist der Köln-Leverkusener Chemiekonzern in Richtung Elektromobilität, speziell geht es um Batteriechemie, schon seit längerem. Vor einem Jahr unterzeichnete Zachert dann einen Vertrag mit dem chinesischen Unternehmen Tinci, einem der weltweit führenden Herstellern von Lithium-Ionen-Batteriematerialien. Im Vertrag festgezurrt: Ab 2022 soll die Lanxess-Tochter Saltigo, für die in Leverkusen rund 1100 Mitarbeiter tätig sind, für Tinci Elektrolytformulierungen produzieren. Zachert erläuterte damals: „Ohne Elektrolytsalze läuft bei diesen Batterien nichts, auch wenn jeder bei Batterien nur an Anoden und Kathoden denkt. Aber um die beiden Stäbe herum, braucht es Elektrolyte.“

Der Konzernchef will Fuß fassen im Bereich Elektromobilität, spricht schon seit längerem vom „Wachstumsfeld Batterietechnologie“. 2020 hatte Lanxess alle Aktivitäten in diese Richtung in einer Konzerninitiative für Elektromobilität zusammengefasst.

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Jetzt kündigt Zachert an: In den nächsten Monaten starte Saltigo damit, mehr als 10.000 Tonnen höchstreiner Elektrolytformulierungen für Lithium-Ionen-Batterien im Auftrag von Tinci herzustellen. Mit den Elektrolytformulierungen aus Leverkusen wird das chinesische Unternehmen die Batteriezellen-Hersteller in Europa beliefern. „Tinci ist auf uns zugekommen, die wissen, dass wir das leisten können.“ In einer Hightech-Produktionsanlage im Leverkusener Chempark.

Am Standort hatte es jüngst mehrere Zwischenfälle in Lanxess-Betrieben des Unternehmens gegeben, teils mit Verletzten. Dies werde nun konsequent aufgearbeitet, verspricht Zachert. Auch dass es derzeit wegen des Ausfalls der Currenta-Sonderabfallverbrennungsanlage in Bürrig nach der Explosion im Juli mit dem Entsorgen spürbar hapere, merkt Zachert an. Allerdings bekennt er auch erneut im Brustton der Überzeugung: „Das Herz von Lanxess schlägt in Leverkusen.“ Immerhin: Mehr als 3000 der mehr knapp 15.000 Mitarbeiter sind in Leverkusen beschäftigt. Auf die gesamte Mitarbeitermannschaft sei er stolz. Weil sie 2021, geprägt von Herausforderungen wie Pandemie, Flut, Explosion, extremen Kostensteigerungen etwa bei Energie und Rohstoffen „tolle Arbeit“ geleistet habe. Der Umsatz stieg um knapp 24 Prozent auf 7,56 Mrd. Euro, der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen (Ebitda) um 17,2 Prozent auf 1,01 Mrd. Euro. Aktionäre sollen 1,05 Euro pro Aktie bekommen, so Zacherts Vorschlag, nach einem Euro in 2020 und 95 Cent in 2019. „Das ist auch ein Zeichen der Zuversicht“, betont er.

Die will er sich auch für dieses Jahr bewahren. Obwohl die Kosten weiter steigen werden. Obwohl die Folgen des Ukraine-Krieges noch nicht abzusehen seien.