Lanxess koppelt neue Kreditlinie an eigenen CO2-Ausstoß

Klimaneutralität bis 2040 : Lanxess koppelt Kredit an CO2-Ausstoß

Klimaneutralität bis 2040. Zinskonditionen hängen auch von Frauenanteil ab.

Lanxess macht ernst in Sachen Klimaschutz. Der  Köln-Leverkusener Konzern hatte im November angekündigt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein zu wollen. Jetzt legt Vorstandschef Matthias Zachert mit seiner Managerriege nach: überspitzt gesagt mit Öko-Banking.  Der Spezialchemie-Konzern hat jetzt eine neue Kreditlinie mit zwölf Banken vereinbart, „deren Zinskonditionen unter anderem von der erfolgreichen Reduktion seiner Treibhausgas-Emissionen und der Steigerung des Frauenanteils in den drei obersten Management-Ebenen abhängen“, teilt Lanxess mit.

Mit einem Volumen von einer  Milliarde Euro löst diese „nachhaltige“ Kreditlinie die im Mai 2023 auslaufende syndizierte Kreditlinie über 1,25 Milliarden Euro ab. Die Grundlaufzeit der neuen Kreditlinie soll fünf Jahre betragen – mit  Möglichkeit, das Ganze um zwei Jahre zu verlängern. Die neue  Kreditlinie dient ganz klassisch der langfristigen Sicherung der Liquidität des Unternehmens und damit auch der finanziellen Absicherung des Wachstumskurses.

Warum der Konzern diesen Schritt geht, erläutert Finanzvorstand Michael Pontzen so: „Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltige Kriterien auch für die Kapitalmärkte immer wichtiger werden.“ Damit unterstreiche der Konzern auch, dass er das recht ambitionierte Ziel, bis 2040 die Klimaneutralität zu erreichen, sehr ernst nehme.  In Zahlen heißt das: Von derzeit rund 3,2 Mio. Tonnen Treibhausgas-Emissionen runter auf Null. In elf Jahren, also 2030, will das Unternehmen den Ausstoß um 50 Prozent gegenüber heute auf rund 1,6 Mio. Tonnen „CO2e“ (steht für CO2-Äquivalente, in die man Treibhausgasemissionen umrechnet, um die Wirkung unterschiedlicher Treibhausgase vergleichbar zu machen) reduzieren. Erreicht werden soll das ehrgeizige Ziel mit Sonderprogramme und Änderungen in den Produktionsverfahren. Der Einfluss auf die CO2e-Bilanz soll Investitionskriterium auch bei Akquisitionen werden.