Lanxess investiert 150 Millionen Euro in Leverkusen

Schwefelsäurebetrieb wird 125 : Lanxess investiert 150 Millionen Euro in Leverkusen

Schwefelsäurebetrieb wird 125 Jahre alt und soll ausgebaut werden. Vorstand bekennt sich klar zum Standort.

Seit 125 Jahren existiert der Schwefelsäurebetrieb in Leverkusen und ist damit zugleich der traditionsreichste Betrieb am Standort. Wenn die 140 Anlagen-Mitarbeiter des Spezialchemie-Konzerns Lanxess am heutigen Freitag zur Geburtstagsfeier in der Wiesdorfer Bürgerhalle zusammenkommen, haben sie also allen Grund zu feiern.

„Tradition trifft Moderne“ könnte das Motto der Feier lauten. Denn trotz des hohen Alters ist das Geschäft mit der Schwefelsäure immer noch hochaktuell und das Produkt heute genauso nachgefragt, wie im Jahr 1894, als die erste Produktionsstätte bei Bayer in Betrieb ging. Das Produktionsmaximum war 1973 erreicht, als in Leverkusen jährlich eine Million Tonnen Schwefelsäure und somit ein Drittel der gesamten Menge in Deutschland hergestellt wurde. Inzwischen beträgt die Jahreskapazität 100-prozentiger Schwefelsäure bis zu 200.000 Tonnen. Sie wird für verschiedene Produktions- und Lebensbereiche genutzt. Unter anderem für Batteriezellen von Elektroautos, für die Elektroindustrie und Laborchemikalien. Das „Multitalent“ Schwefelsäure kommt aber auch in der Chipindustrie zum Einsatz. Speziell in Leverkusen produziert Lanxess inzwischen in einem hochmodernen Aufbereitungsverfahren die höchste reine Schwefelsäure auf der ganzen Welt.

Dazu wurde gerade erst eine neue Produktionsanlage installiert, die nächste Woche in Betrieb gehen soll. Zu dieser Anlage gehören neue Tanks, die wegen ihrer enormen Größe mit einem Spezialkran durchs Dach in das existierende Gebäude eingelassen werden mussten. Dazu kommt ein hochmodernes Labor. Insgesamt hat Lanxess für die Modernisierung einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag investiert. „Lanxess war und ist als Unternehmen global und in Deutschland weiter auf Wachstumskurs. Und wir werden in diesem Jahr weitere rund 150 Millionen Euro investieren. Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, versicherte Lanxess-Vorstandsmitglied Hubert Fink vor Ort im Gespräch mit Oberbürgermeister Uwe Richrath. Dieser zeigte sich erfreut und antwortete: „Dieser Betrieb war und ist ein Impulsgeber für die Entwicklung der chemischen Industrie in unserer Stadt.“

Wie der Reinheitsgrad der Schwefelsäure regelmäßig kontrolliert wird, demonstrierte ein Mitarbeiter, der eine Probe der Flüssigkeit in einer speziellen Box entnahm. Michael Ertl, Geschäftsfeldleiter für Schwefelsäure, erläuterte dazu: „Chips in den Handys werden immer kleiner. Das heißt, die Reinheitsanforderungen werden immer größer.“ Abteilungsleiter Thomas Hellmich nannte einen Vergleich: „Wir reden hier parts-per-trillion (deutsch: Ein Teil in einer Billion Teile). Würde man ein Stück Würfelzucker in der Solinger Sengbachtalsperre auflösen, könnte das mit dieser Methode nachgewiesen werden.“

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