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Leverkusen: Lanxess-Chef schließt Stellenabbau nicht aus

Leverkusen : Lanxess-Chef schließt Stellenabbau nicht aus

Der Konzern legte eine Gewinnsteigerung von zwölf Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2014 hin. Ein Grund: das Sparprogramm.

Es ist keine Rede mehr von Challenge und Advance und weiteren hübschen Wortvarianten fürs Sparen bei Lanxess, wie sie Axel Heitmann gerne in den Mund nahm. Der neue Konzernchef Matthias Zachert liebt keine blumigen Umschreibungen, die aus Problemen Herausforderungen machen, sondern klare Worte. Eines gebrauchte er auch gestern bei der Vorstellung der Bilanzzahlen fürs erste Quartal: "Neuausrichtung". Und die kommt gut voran, mehr noch, Zachert ließ sich zu "liegt voll im Plan" hinreißen. Bedeutet: Phase I im Dreistufen-Konzept ist zu 90 Prozent erreicht und für Zachert damit so gut wie mit einem Erledigt-Häkchen zu versehen.

Gerade in der Verwaltung hat Zachert in Phase I Stellen abgebaut - rund 130 in Köln, 190 in Leverkusen; insgesamt sind's 1000, 500 davon in Deutschland (hier ohne betriebsbedingte Kündigungen).

Derzeit befindet sich Lanxess in Phase II der Neuausrichtung. Es stehen die Produktionsstätten auf dem Prüfstand. Im November wolle er mehr sagen, erst liefen die Projekte in dem Bereich an. Nur: "Weiteren Stellenabbau kann ich derzeit nicht ausschließen", merkte Zachert an. Im März bei der Bilanzpressekonferenz zu 2014 hatte er gesagt, die Standorte Leverkusen (der größte mit 3200 Mitarbeitern), Dormagen und Krefeld seien allesamt starke Standorte. Für die Produktionsstätte Marl denkt Lanxess über die Schließung 2016 nach, in diesem Jahr wird die Produktion heruntergefahren, 120 Mitarbeiter sind betroffen (wir berichteten). Bei Phase III geht es unter anderem um Kooperationen im Kautschukbereich. Es laufen Gespräche mit möglichen Partnern.

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Zacherts Sparplan trägt Früchte. Er ordnet die Kostenentlastung für 2015 bei rund 120 Mio Euro ein. Und: Der Manager hob die Gewinnprognose für dieses Jahr auf 820 bis 860 Mio an - was zu einem Drittel (neben verbesserter Währungssituation und Rohstoffkosten) den Effizienzmaßnahmen zuzuschreiben sei. Bisher war Zachert von einem Wert wie im Vorjahr (808 Mio) ausgegangen. Aber auch mit den neuen Werten kratzt Lanxess noch nicht mal in der Nähe des Meilensteines, den Axel Heitmann - sich offenbar auf der Überholspur wähnend - vor fünf Jahren im ihm eigenen Brustton der Überzeugung für 2015 vorgesehen hatte: 1,4 Milliarden Euro.

Lanxess scheinen die leiseren Zachertschen Töne gut zu tun: "Wir sind gut aus den Startblöcken gekommen", kommentierte er die zwölfprozentige Steigerung des Quartals-Ebitdas (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) auf 229 Mio. Geholfen habe im Auftaktquartal auch der starke US-Dollar beim Export, stellte Zachert heraus.

Wer mag, könnte dem ersten Lanxess-Quartal 2015 auch einen Titel in Heitmann-Manier verpassen: "Change" (Wechsel) würde passen.

(RP)