Leverkusen: Langzeitkrankenhilfe der Stadt prämiert

Leverkusen : Langzeitkrankenhilfe der Stadt prämiert

Der Landschaftsverband Rheinland hat das Betriebliche Eingliederungsmanagement der Stadtverwaltung Leverkusen mit einem Preis von 10 000 Euro ausgezeichnet. Das Preisgeld fließt jetzt in Gesundheitsangebot für Mitarbeiter.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) der Stadt ist gestern mit einem Preis des Landschaftsverbandes (LVR) Rheinland ausgezeichnet worden. Jedes Jahr vergibt der LVR in seinem Einzugsbereich fünf solche Preise, die jeweils mit 10 000 Euro dotiert sind. Das Preisgeld soll den Mitarbeitern der Stadtverwaltung in Form von Gesundheitsangeboten zugutekommen, verspricht Personal-Fachbereichsleiterin Simone Fey-Hoffmann bei der Preisverleihung.

Der LVR wolle durch diese Preise motivieren, das BEM weiterzuentwickeln und zu verbessern und vor allem auch mittelständische Unternehmen dazu anregen, sich auf diese Art um Beschäftigte zu kümmern, betont Christoph Beyer, Leiter des LVR-Integrationsamtes. So könne die Stadt als Modell zur Nachahmung empfohlen werden: "Seit 2006 wird das Betriebliche Eingliederungsmanagement vorbildlich umgesetzt. Und die Zahlen geben ihr Recht", sagt Beyer. Von den insgesamt fast 2000 Mitarbeitern in allen Bereichen der Verwaltung sind acht Prozent schwerbehindert. Die Pflichtquote liegt bei großen Arbeitgebern bei fünf Prozent. Die hohe Zahl liegt laut Fey-Hoffmann einerseits zwar in der demografischen Entwicklung begründet: "Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter liegt bei 49, 6 Jahren", berichtet sie. "Da ist es umso wichtiger, dass man sich um die Beschäftigten kümmert." Außerdem sei es heutzutage schwer, die Stellen bei der Stadtverwaltung neu zu besetzen: "Die Kommunalverwaltung hat einen sehr hohen Spezialisierungsgrad", verdeutlicht Personalleiter Artur Welte.

Aber auch junge Schwerbehinderte stellt die Stadt ein: "Seit 2007 haben wir 17 junge Menschen mit Schwerbehinderung eingestellt. Sechs davon sind zur Zeit in Ausbildung, drei Frauen und drei Männer", berichtet Fey-Hoffmann: "Seit 2010 gab es 380 Fälle, in denen die Mitarbeiter das BEM hätten in Anspruch nehmen können." In der Regel nähmen 25 Prozent der Betroffenen, die übrigens nicht schwerbehindert sein müssen, diese Hilfestellung an. Einzige Voraussetzung sei, dass der Arbeitnehmer mehr als 42 Tage innerhalb von zwölf Monaten krank gemeldet war, verdeutlicht Regina Poppelreuter, betriebliche Gesundheitsmanagerin der Stadt. Sie kann die Betroffenen dann auch über das betriebliche Hilfsprogramm hinaus an weitere Unterstützung durch die örtliche Fürsorgestelle oder die Rentenversicherung weiterverweisen. "Da gibt es sogar die Möglichkeit, einen Job-Coach in Anspruch zu nehmen, der den Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz betreut", berichtet sie. Manchmal gehe es aber auch um einfache Hilfen, die nur eine technische oder organisatorische Veränderung darstellten, fügt Personalratsvorsitzende Andrea Lambsfuß hinzu. Beispiel: "Viele Menschen haben Rückenschmerzen. Manchmal hilft schon ein anderer Stuhl oder die Vereinbarung mit dem Vorgesetzten, dass man alle paar Stunden mal ein paar Minuten draußen gehen darf."

(RP)
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