Landpartie 2019: Schloss Morsbroich in Leverkusen mit neuem Fluchtweg

„Landpartie“ : Schloss Morsbroich: Neuer Fluchtweg, mehr Besucher

Sicherheitslösung ermöglichte 4500 Gäste bei „Landpartie“ am Schloss.

Während der „Landpartie“-Veranstaltung am Wochenende am Schloss Morsbroich gab es eine sicherheitstechnische Premiere: die Eröffnung eines zusätzlichen Fluchtweges, der mittels einer Behelfsbrücke über den Wassergraben führte. Eigentlich wäre dies nur eine Randnotiz zu einer gelungenen Veranstaltung, aber Stadt und Veranstalter gelang mit dem Provisorium ein bemerkenswerter Brückenschlag. Dadurch durften gleichzeitig bis zu 4500 Besucher auf das Gelände innerhalb des Wassergrabens. Ohne die neue Rettungsweglösung hätte der Veranstalter ab 3000 Gästen den Eingang sperren müssen.

Der neue Fluchtweg wurde über eine 20 Meter lange Gerüstbrücke zwischen dem inneren Schlosspark und dem Auerweg (Strecke zwischen Schloss und Vom-Stein-Gymnasium) geführt. Insgesamt verfügte das Gelände so über drei eigenständige Rettungsausgänge. Diese Variante sei aber nicht angeordnet, sondern „in einem Baugenehmigungsverfahren vom Bauherrn beantragt“ worden, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der Veranstalter müsse die Zusatzbrücke auch bezahlen. Für künftige Großveranstaltungen mit über 3000 Gästen werde diese Sicherheitslösung eine Standardauflage sein.

Am Donnerstag stand die von einer Manforter Firma errichtete Gerüstanlage noch. Für den Bau mussten am Auerweg über drei Meter Hecke gerodet werden. Eine Maßnahme, die bei den städtischen Naturschützern zu dieser Jahreszeit wohl abgelehnt wird. „Durch sorgfältige Begutachtung wurde sichergestellt, dass keine Tiere, vor allem Vögel, gestört oder vertrieben worden sind“, schrieb deshalb die Stadt.

Und noch etwas: Der Pendelbus-Service zwischen Schloss und den Parkplätzen (Stelzenautobahn,  Bauhaus, Metro) zeigte positive Wirkung. Die nahe am Schloss gelegenen Straßen in Alkenrath waren tagsüber zwar dichter als gewohnt mit Autos belegt, wurden aber keineswegs hoffnungslos zugeparkt. Allerdings erlaubten sich einige Shuttlebus-Fahrer der Wupsi und von Privatfirmen spannende Manöver: Sie legten an der Ampel Schloss/Heinemann-Straße verbotene 180 Grad-Wenden hin.

Eine Wupsi-Sprecherin erklärte: Zwischen der Wupsi-Fahrdienstleistung und den Busfahrern habe es Kommunikationspannen über die regelgerechte Fahrstrecke gegeben. Die Stadt bestätigte denn auch: Ein „U-Turn“ sei am Schloss nicht erlaubt.

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