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Leverkusen: Lärmalarm am Parkplatz Kämpchenstraße

Leverkusen : Lärmalarm am Parkplatz Kämpchenstraße

Die alte Steinmauer, die einen Teil des Opladener Parkplatzes Kämpchenstraße umschloss, wurde 2011 abgerissen. Die Anwohner klagen jetzt über den Lärm, der vom Parkplatz in den Garten dringt. Die Stadt bestätigte jetzt, dass sie das Gelände langfristig verkaufen will.

Die Idylle ist zerstört, die grüne Oase nur noch Erinnerung. Die Mieter an der Kämpchenstraße 6 und 8 in Opladen ärgern sich. Die Stadt hat die alte Mauer, die ihr Grundstück vom Parkplatz abgeschirmt hatte, abgerissen und durch einen Stabgitterzaun ersetzt. Durch den kann man allerdings durchsehen, auch Lärm und Dreck gelangen ungebremst in den Garten, den die Hausgemeinschaft liebevoll angelegt hat. Anwohner Robert Sommer: "Das ist menschenverachtend."

 Links: Bis vor Kurzem schützte eine hohe Mauer vor dem Lärm der Autos, wie Robert Sommer (mit Zollstock) und die Nachbarinnen Karin Kortebauer (l.) und Martina Klukas zeigen. Rechts: die heutige Situation.
Links: Bis vor Kurzem schützte eine hohe Mauer vor dem Lärm der Autos, wie Robert Sommer (mit Zollstock) und die Nachbarinnen Karin Kortebauer (l.) und Martina Klukas zeigen. Rechts: die heutige Situation. Foto: Uwe Miserius

Blumenbeete, Rasen, ein kleines Holzhäuschen, dazwischen eine freie Fläche. "Hier saßen wir oft abends zusammen", sagt Sommer. Damit sei es jetzt vorbei. Keiner habe mehr Lust, dort zu sitzen. "Der Lärm geht bis ins Wohnzimmer", sagt Anwohnerin Karin Kortebauer. Vor allem ärgert die Bewohner der betroffenen Häuser, dass sie nicht informiert worden seien. Erst als die Abrissarbeiten bereits begonnen hatten, habe die Stadt den Vermieter informiert und gesagt, man habe vorher tagsüber niemanden angetroffen, erzählt Maike Marx.

Mauer war "nicht standsicher"

Die alte Mauer aus dem Jahr 1890 war drei Meter hoch und 70 Zentimeter dick, gehörte früher zu einer Fabrik und befand sich nun auf städtischem Grund. Anlieger der anderen Seite des Parkplatzes hatten sich beschwert, dass Steine der Mauer lose seien und auf ihr Grundstück fielen. Ein Gutachter, der im Auftrag der Stadt die Mauer untersuchte, hatte festgestellt, dass die Mauer "nicht standsicher ist und aufgrund nachweislicher Schäden abgebrochen werden sollte", wie es in einer Stellungnahme der Stadt heißt, die den Anwohnern vorliegt. Sie ärgert vor allem, dass nicht gemeinsam überlegt worden ist, was man machen kann. Robert Sommer: "Ich bin die Mauer selbst noch abgelaufen. Der Teil an unserem Grundstück war fest." Eine Sanierung wäre sicherlich nicht teurer geworden als der monatelange Abriss Stein für Stein und der neue Zaun, meint der Physiotherapeut.

Den neuen Zaun haben die betroffenen Anwohner nun mit einem grünen Sichtschutz abgehängt. Gegen den Lärm des Parkplatzes hilft er nicht. Und auch nicht gegen die Pinkelecke, die zwar immer schon als solche genutzt wurde, die man aber bislang wenigstens vom Garten aus nicht sah.

"Wie auf dem Präsentierteller"

Außerdem sei die Mauer mit seinem Efeu ein idealer Nistplatz für Vögel gewesen, erklärt Sommer, der auf seinem Balkon nun nicht mehr frühstücken mag. Er fühlt sich "wie auf dem Präsentierteller". Einen halben Zentner Vogelfutter habe er jeden Winter verfüttert. Nun lässt sich kein Vogel mehr blicken: "Kein einziger Zaunkönig ist mehr da."

Sommer hofft auf einen neue Mauer, "sie muss ja nicht mehr so dick sein. Es gibt auch welche aus Fertigteilen." Die Stadt indes ließ die Anwohner der Kämpchenstraße wissen, dass "eine Verpflichtung zum Ersatz der Einfriedung durch eine Mauer" nicht bestehe.

(RP/ila)