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Leverkusen: Lachen gegen Schmerz, Angst und Heimweh

Leverkusen : Lachen gegen Schmerz, Angst und Heimweh

Die Kölner Klinikclowns zaubern auch im Leverkusener Klinikum ein Lächeln in traurige Gesichter gerade kleiner Patienten. Für dieses Programm setzt sich Schirmherr Prof. Karl Lauterbach bei Krankenkassen und weiteren potenziellen Geldgebern ein.

Der fünfjährige Maximilian ist von der Treppe gestürzt. Dabei hat er eine Platzwunde am Kopf erlitten und wird nun stationär im Kinderkrankenhaus im Klinikum behandelt. Damit die Zeit nicht ganz so langweilig ist, klopfen "Maxi", "Bella" und "Herr von Knöllen" an der Tür. Die drei Spaßvögel sind ausgebildete Klinikclowns. Auch wenn Maximilian die Clowns am Anfang noch kritisch betrachtet, hat er von Minute zu Minute mehr Spaß und lacht von Herzen. "Das ist genau das, was wir erreichen wollen", erzählt "Maxi", die eigentlich Heike Reissig heißt und gemeinsam mit Maysa de Paulo Funke alias "Bella" und Oliver "Herr von Knöllen" Möller zu den Kölner Klinikclowns gehört.

Seit 15 Jahren versuchen diese in der Leverkusen Kinderklinik, Leichtigkeit in den Klinikalltag zu bringen und Hoffnung und Lebensmut zu stärken. Dabei würden die Kinder unterschiedlich reagieren. "Es geht uns hauptsächlich um die Begegnung mit den Menschen. Wir haben kein Programm, führen keine Nummer auf. Wir sind immer im Kontakt mit den Kindern." Deshalb werde zwar oftmals viel gelacht, aber auch gemeinsam weinen gehört dazu. Gerade die Liebe zu den Menschen sei für sie eine grundlegende Motivation.

Ein guter Clown müsse deshalb aus ihrer Sicht sehr empathisch sein und mit viel Herz an die Sache rangehen.

Er müsse sich vor allem an der aktuellen Situation der kleinen Patienten orientieren und den Gesundheitszustand des Kindes bei seiner Arbeit mitberücksichtigen, sagen die Lach-Fachleute. Ein Klinik-Clown müsse demnach also auch viel improvisieren, um ein fröhliches und herzhaftes Kinderlächeln zu ernten.

Damit dieses Projekt auch weiterhin gelingt und finanziell besser unterstützt wird, möchte Schirmherr Prof. Karl Lauterbach in seiner politischen Rolle in den Dialog mit den entsprechenden Stellen, wie den Krankenkassen, gehen. Denn er findet: "Lachen bedeutet für die kleinen Patienten eine durchaus freudvolle Auszeit von Schmerzen, Angst und Heimweh. Gerne unterstütze ich dieses herausragende soziale Engagement." Bislang werden die Klinikclowns rein über Spenden finanziert.

Für Dr. Joachim Eichhorn, der seit drei Jahren die Kinderklinik am Klinikum leitet, sind die Spaßmacher unerlässlich: "Humor, Witz und Lebensfreude entlasten das Personal und tragen dazu bei, ein warmherziges und entspanntes Klima auf der Station und in den Patientenzimmern zu schaffen."

Seit mehr als 20 Jahre spielt der Verein der Klinikclowns in Kinderkrankenhäusern aber auch in Senioreneinrichtungen. Bei ihren Einsätzen schaffen sie - wie beim fünfjährigen Maximilian -, clownesk einen Spielraum für Kreativität, Lebensfreude und den spontanen Umgang mit den Sorgen der kleinen und großen Patienten und Bewohner. Im vergangenen Jahr hatten sie 1 350 Einsätze insgesamt, davon 920 bei Kindern.

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(hawk)