Kunstrasen für Sportplatz in Leverkusen

Kunstrasen in Quettingen : Asche-Zeitalter hat bald ein Ende

TuS 05 Quettingen soll endlich einen Kunstrasenplatz erhalten.

Für Christine Richerzhagen erfüllt sich einer ihrer größten Träume. „Ich hatte Tränen in den Augen, als ich davon erfuhr“, beschrieb die ehemalige Vereinsvorsitzende des TuS 05 Quettingen. Voller Freude ließ auch Jugendbetreuer Raffaele Esposito, genannt „Lello“, seinen Emotionen freien Lauf und bezeichnete das Ereignis als „wichtige Belohnung für unsere Integrationsarbeit von Kindern und Jugendlichen aus 39 Nationen“.

Schon seit mindestens zehn Jahren ruht die Hoffnung der Aktiven auf einem Kunstrasenplatz. Zumal  die Belästigung durch den Ascheplatz „am Rande des Erträglichen“ angelangt war. Als Oberbürgermeister Uwe Richrath am Dienstag  gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordnetem Karl Lauterbach und anderen Politikern die Fördermittel symbolisch überreichte, dankte er dem Verein, weil er unter diesen Bedingungen so lange durchgehalten habe.

Die Zukunft sieht für den Quettinger Verein und seine 1050 Mitglieder – darunter 400 in der Fußballabteilung  – um einiges besser aus. Auch die Kinder aus drei Grund- und einer Hauptschule, die diese gesamte Anlage für den Sportunterricht und die Bundesjugendspiele nutzen, dürfen sich freuen. Denn die stark sanierungsbedürftige Sportanlage an der Straße Am Weidenbusch wird mit Hilfe von 1,2 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt zeitgemäß mit Kunstrasen hergerichtet. Das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ ist Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung. Deren Ziel ist die Behebung des Investitionsstaus in der sozialen Infrastruktur. Gefördert werden besonders investive Projekte mit sozialer und integrativer Wirkung. „In Quettingen hat das alles gepasst“, stellte Lauterbach fest und bezeichnete den TuS Quettingen als besonders geeigneten Empfänger. Den Sportlern empfahl er abschließend und mit Augenzwinkern: „Schont den Platz, aber nicht die Knochen.“

Die Förderung entspricht 90 Prozent der Gesamtkosten. Den Rest muss die Stadt Leverkusen aufbringen, die Eigenmittel werden in den Wirtschaftsplan des Sportparks eingestellt. Als Solidarbeitrag dürften rund 45.000 Euro dazukommen, die aus dem Verkauf von bislang 1500 symbolischen Rasenstücken stammen. Die Umbauarbeiten, zu denen auch der Einbau einer modernen Trainingsbeleuchtungsanlage mit LED-Technik gehört, beginnen voraussichtlich Mitte April 2020 und werden etwa sechs Monate dauern.