1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Kunstauktion in Leverkusen: Bayer trennt sich wieder von diversen Werken aus der Artothek.

Bayer-Artothek : Bei der Kunstnacht unterm Hammer

Bayer will sich wieder von diversen Werken aus der Artothek trennen. 52 Kunstwerke werden versteigert und sind im unteren Foyer des Erholungshauses zu besichtigen.

Wer derzeit im Homeoffice sitzt und sonst im Büro auf ein Kunstwerk aus der Bayer Artothek blickt, kann sich jetzt ein eigenes Original für Zuhause ersteigern. Das Angebot gilt keineswegs nur für Bayer-Mitarbeiter. Jeder ist zugelassen, sofern er sich vorher registrieren lässt.

Nach der gelungenen Premiere im Baykomm vor einem Jahr, als bis auf zwei alle 60 Werke einen neuen Besitzer fanden, will sich Bayer Kultur wieder von einigen Arbeiten trennen. Dabei handelt es sich um Dubletten oder einzelne Arbeiten und solche Werke, die schon lange nicht mehr ausgeliehen wurden, weil sie vielleicht nicht mehr so dem Zeitgeist entsprechen.

Es sei nicht etwa der Ausverkauf der Sammlung Bayer, stellt Kunsthistorikerin Andrea Peters klar. Die bleibe unangetastet. Es gehe nur um den Artothek-Bestand, für den erst kürzlich neue Original-Grafiken angekauft wurden.

In der 16. Leverkusener Kunstnacht kommen nun 52 Nummern unter den Hammer, wobei es sich nicht sowohl um Einzelwerke als auch um Duos oder mehrteilige Serien und Mappen handelt. Die Aufrufpreise liegen zwischen 100 und 1000 Euro.

Diese Woche wurden das komplette Angebot im unteren Foyer des Erholungshauses aufgehängt. Ab Dienstag können sie von Besuchern in Augenschein genommen werden. Und während der Kunstnacht ist für jedermann ein Rundgang von 18 bis 23 Uhr möglich.

Da um 19 Uhr im großen Saal die Versteigerung beginnt, werden sich die Wände ab 20 Uhr vermutlich leeren. Denn die neuen Besitzer nehmen ihre Kunst samt Rahmen direkt mit, sobald sie die Rechnung beglichen haben.

Als versierten Auktionator hat Bayer Kultur Markus Eisenbeis verpflichtet, der das Kölner Auktionshaus Van Ham in zweiter Generation als Familienunternehmen leitet. Mit regelmäßigen Auktionsrekorden gehört es zu den führenden deutschen Häusern.

Zur Auswahl stehen vor allem grafische Blätter und einzelne Aquarelle, Pastelle und Malerei. Es gibt Bilder bekannter Künstler wie Marc Chagall, Pablo Picasso, Ernst Mollenhauer, Salvador Dali, Ewald Mataré, Ernst Barlach und Victor Vasarely. Auf der anderen Seite sind regionale Maler wie Kurt Lorenz, Klaus Hochhaus und Peter Lorenz vertreten. Weil es in der Sammlung kaum französischen Expressionismus gebe, trenne man sich von einem Einzelblatt von Raoul Dufy.

Andererseits hat Bayer als Künstlerförderung von Winfried Gaul in den 1950er Jahren besonders viel angekauft, weswegen einiges aussortiert wurde, erklärt Peters. Unter anderem ein Doppelbild, ein Stilleben in Öl auf Hartfaser, das der noch junge Künstler auf die Rückseite eines früheren Bildes gemalt hat.

Ähnliches gilt für Hermann Kampendonk, dessen Aquarelle in den 1960er Jahren sehr geschätzt waren, heute von den jüngeren Mitarbeitern aber kaum noch ausgeliehen werden.