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Kunstaktion in Leverkusener Kirche St Remigius

Remigiuskirche : Kunst in der Fastenzeit

Ein sechsteiliges Kreuz in der Remigiuskirche wird auf verschiedene karitative Einrichtungen verteilt.

An Aschermittwoch wurde in der St. Remigiuskirche ein sechsteiliges Kreuz aufgestellt, das bis zum Gründonnerstag an der Stelle unter dem mittleren Fenster der Absis bleibt. Bis dahin wird es sich als Kreuzweg der besonderen Art ständig verändern. An jedem Sonntag wird nach der 11 Uhr-Messe eine der quadratischen Leinwände aus dem Rahmen herausgenommen und an einen anderen Ort geschickt, bis am Ende nur noch die Umrisse der Gerüsts an das ursprüngliche Kreuzbild erinnern, das Gabi Mathias-Stolz gemalt hat.

Vor drei Jahren erfuhr sie von einem ähnlichen Projekt eines Pastoralreferenten auf Borkum. Der hatte die Dokumentation online gestellt und zur Nachahmung aufgefordert. „Seitdem trage ich das in meinem Kopf herum“, erzählt die Malerin, die zunächst über einzelne Szenen des Kreuzweges nachdachte. Doch so ganz überzeugend fand sie die Idee vom Kreuz im Kreuz nicht. Stattdessen wollte sie die Leidensgeschichte Jesu Christi auf das ganz normale Leben der Menschen mit all ihren Sorgen, Ängsten und Nöten, aber auch Freude, Hoffnung und Liebe übertragen.

Für sie lassen sich innere Befindlichkeiten am besten durch Farbe in abstrakten Bildern ausdrücken. Und so malte sie jede einzelne Leinwand in vielen Schichten, vorwiegend in unterschiedlichen Grüntönen. Der Grund war zunächst sehr dunkel, so dunkel wie die Lasten des Lebens, die jeder zu tragen hat. Mit dem Rakel trug sie hellere Nuancen auf, die besonders in der Kreuzform als Zeichen für Zuwendung, Zuspruch und Trost Gottes gesehen werden können.

Gabi Mathias-Stolz hat zum Schluss noch Akzente in Orange gesetzt. „Das ist für mich die warme, lebensbejahende Farbe, die Kraft und Mut gibt“, erklärt sie ihre Wahl. Die einzelnen abstrakten Leinwände sind sich ähnlich, denn sie wurden in den gleichen Farbtönen gemalt. Und doch sind sie nicht identisch. Das Vorbild auf Borkum war übrigens nicht nur viel größer als ihre sechs Quadrate von 80 mal 80 Zentimetern, sondern es war vorwiegend Blau. Das sei ihr zu kräftig und zu kalt gewesen, sie wollte vielmehr mit der Hauptfarbe Grün den Gedanken der Hoffnung in allem Leid und Elend unterstreichen.

Die Grundidee der Aktion hingegen hat sie übernommen. Nämlich, dass jede der sechs Leinwände in der Woche nach dem Entfernen an eine andere Stelle getragen wird. Die Bestimmungsorte wurden mit Bedacht gewählt. Es sind alles katholische, caritative Einrichtungen unterschiedlicher Art, an denen Menschen Zuspruch durch ein Bild bekommen sollen.

Zur Erklärung hat Gabi Mathias-Stolz für jeden Ort eine Grafik mit der Abbildung des kompletten Kreuzes gefertigt, bei denen jeweils das Quadrat leer ist, das hier im Original hängt.