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Kunst von Udo Lindenberg ist in Leverkusen-Schlebusch zu sehen

Kunst von Udo Lindenberg : „Sonderzug nach Pankow“ stoppt in Schlebusch

Kunst mit Augenzwinkern von Udo Lindenberg und Volker Kühn ist jetzt im Herkenrath Hof zu bestaunen – und zu erwerben.

Es ist nie zu spät noch einmal durchzustarten. Eine wahrhaft philosophische Erkenntnis, die manch einer bestätigen könnte, der etwa den Arbeitsplatz gewechselt oder nach der Trennung vom Partner ein neues Lebenskapitel aufgeschlagen hat. Wer die dazu gezeichnete lässige Gestalt am Kontrabass anschaut, wird unschwer erkennen können, welcher Philosoph diese Lebensweisheit aufs Papier gekritzelt hat: Udo Lindenberg.

Dieser Spruch trifft irgendwie auch auf Thomas Dröll zu, der mit seiner Gesellschaft „scivola“ einen neuen Anziehungspunkt im Schlebuscher Herkenrath Hof geschaffen hat. Er ist hier auch noch einmal durchgestartet, um Menschen zu Austausch, Begegnung und Erlebnis anzuregen. „Scivola“ ist Esperanto und bedeutet so viel wie Neugier, und die genau ist das Transportmittel für dieses Vorhaben. Was eignet sich da besser als Kunst, um Neugier zu wecken, zum Nachdenken und zu Diskussion anzuregen. Der Startschuss für diesen „scivola“-Ort fiel am 11. Oktober in der Leverkusener Kunstnacht, mit der Ausstellung wurden in einer ersten Ausstellung von Kunstwerken des Schauspielers Armin Mueller-Stahl.

An diesem Wochenende sind Grafiken des Sängers Udo Lindenberg zu sehen und zu kaufen. Für gut 2000 Euro können Besucher noch einen limitierten und nummerierten Druck erwerben, vielleicht als außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk. Aber der Verkauf sei für ihn nicht das Wichtigste, versichert Dröll. Er sei ja kein Galerist und müsse nicht vom Umsatz leben. Für 2020 hat er nicht nur drei weitere Ausstellungen geplant sondern ebenso Workshops zur beruflichen Orientierung für Schüler, beziehungsweise Studenten. Wichtiger sei ihm, dass Passanten neugierig werden, hineinkommen und beim Betrachten der kleinen Ausstellung unwillkürlich schmunzeln.

Denn so unterschiedlich die Arbeitsweisen der zwei hier vertretenen Künstler ist, handelt es sich doch in beiden Fällen um „Kunst mit einem Augenzwinkern“. „Sei es der „König von Scheißegalien“, den Lindenberg mit Krone, Dreizack und qualmendem Joint abgebildet hat, der legendäre „Sonderzug nach Pankow“ oder seine Vorstellung von „Unplugged“ auf hoher See mit dem Stecker in der Hand, der schwer in eine schwimmende Steckdose zu bekommen ist. Im Raum nebenan sind – ebenfalls verkäufliche – Objektbilder von Volker Kühn ausgestellt, die Alltägliches und durchaus ernste Gedanken mit einer Prise Humor in heitere Bilder übersetzen. Der Objektkasten „Maßstäbe setzen“ zeigt etwa einen winzigen Anzugträger in Modellbaugröße, der es offensichtlich geschafft hat, die Zollstock- Abschnitte wie Hochhäuser aufzurichten.